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Sportwelt

EM-Generalprobe: Diskus-Ass Robert Harting muss bangen

Leichtathletik

Donnerstag, 19. Juli 2018 - 13:12 Uhr

von Von Andreas Schirmer und Ralf Jarkowski, dpa

dpa Nürnberg. Schafft Diskus-Olympiasieger Robert Harting die Qualifikation für die EM in Berlin? Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg muss ihm noch einmal der große Wurf gelingen. Das Gerangel um die EM-Tickets ist diesmal überschaubar. Denn 80 Athleten sind bereits nominiert.

Muss noch sein EM-Tickt bangen: Diskuss-Ass Robert Harting. Foto: Gregor Fischer

Für die meisten Spitzenleichtathleten sind die 118. deutschen Meisterschaften in Nürnberg nur noch letzter Härtetest und Generalprobe für die Heim-EM in Berlin. Schließlich sind schon 80 Athleten für die europäischen Titelkämpfe nominiert.

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Weitere 30 bis 40 Asse und Talente sollen dazu kommen, um das größte EM-Aufgebot seit 2000 an den Start zu schicken. Ausgerechnet einer der größten deutschen Leichtathleten muss am Ende seiner Karriere um die letzte Europameisterschafts-Teilnahme zittern: Robert Harting.

Der 33 Jahre alte Diskus-Olympiasieger aus Berlin muss wohl schon den elften Meistertitel holen, um bei der EM ein letztes Mal in den Ring steigen zu können. Bisher liegt er in der Bestenliste mit 65,13 Meter nur auf Platz fünf. Um ein EM-Ticket zu holen, müsste er zumindest den Olympia-Dritten Daniel Jasinski (Wattenscheid/66,59 Meter) noch vom dritten Rang verdrängen oder siegen, da der deutsche Meister unabhängig von der Weite automatisch nominiert wird.

„Ich zweifle überhaupt nicht daran, dass ich mich qualifiziere. Das ist in meinem Kopf einfach kein Szenario“, meinte Harting, der sich dafür eine schmerzende Sehne im rechten Knie „totspritzen“ ließ. „Robert Harting ist Robert Harting - mit viel Erfahrung und Motivation“, sagte Idriss Gonschinska, Cheftrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Auch DLV-Präsident Jürgen Kessing wünscht sich, dass der Ausnahmeathlet es schafft: „Ich drücke ihm die Daumen, dass er bei der EM dabei ist.“

So spannend wird es in anderen Disziplinen nicht zugehen, wobei im Speerwurf immerhin Weltmeister Johannes Vetter mit einer „adäquaten Leistungsdarstellung“ nachweisen muss, was er nach Verletzungssorgen drauf hat - obwohl er mit 92,70 Meter die Nummer eins auf der Welt ist vor seinen deutschen Rivalen Andreas Hofmann (92,06) und Thomas Röhler (91,78).

Allerdings müssen auch die schon nominierten Athleten zeigen, was sie kurz vor der Heim-EM zu leisten vermögen. „Ich glaube, dass man 14 Tage vor einem internationalen Event die Form haben muss“, sagte Gonschinska. Steigerungen seien danach „mehr auf mentaler Ebene“ und weniger durch „klassisches Aufbautraining“ zu erreichen.“

Auch der Verbandschef erwartet im Max-Morlock-Stadion gute Leistungen. „Man muss schon zeigen, was man drauf hat und ein gewisses Level haben“, sagte Kessing. „Nürnberg ist in der Tat die Generalprobe für die EM.“

Sie soll aber auch Talenten des DLV wie Claudia Vita (Diskus), Konstanze Klosterhalfen (5000 Meter) oder Bo Kanda Lita Baehre (Stabhoch) die Chance bieten, sich fit für die Zukunft zu machen. „Für junge Athleten macht es Sinn, dass sie schon früh internationale Luft schnuppern“, meinte Kessing. „Denn 2019 gibt es schon die WM in Doha und 2020 die Olympischen Spiele in Tokio.“

Hauptdarsteller des auf den Nürnberger Hauptmarkt ausgetragenen Titelkampfes im Kugelstoßen sind am Freitagabend Christina Schwanitz und David Storl. Nach einer Babypause ist die 32-Jährige vom LV 90 Erzgebirge schnell in die Weltspitze zurückgekehrt und kratzte mit 19,78 Meter wieder an der 20-Meter-Marke. „Das Treppchen ist mein Ziel, am schönsten wäre es ganz oben“, sagte Zwillingsmutter Schwanitz. Auch der 27 Jahre alte Leipziger hat nach einer Formkrise 2017 mit zuletzt 21,62 Meter bewiesen, dass große Weiten und die EM-Titelverteidigung möglich sind.

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