Sportwelt

Eiskunstläufer Fentz wird Sechster in EM-Kurzkür

Eiskunstlauf

Mittwoch, 22. Januar 2020 - 17:38 Uhr

von Von Andreas Schirmer, dpa

dpa Graz. Eigentlich galt Paul Fentz schon als Auslaufmodell. Bei der Eiskunstlauf-EM in Graz überzeugt der 27 Jahre alte Berliner als Sechster nach dem Kurzprogramm.

Sechster bei der EM-Kurzkür in Graz: Paul Fentz. Foto: Matthias Schrader/AP/dpa

Deutschlands bester Eiskunstläufer, Paul Fentz, hat zu Beginn der Europameisterschaften in Graz für eine riesige Überraschung gesorgt.

Der 27-jährige Berliner wurde am Mittwoch im Kurzprogramm mit 80,41 Punkten starker Sechster „Überwältigend, unglaublich, mir fehlen die Worte“, stammelte Fentz nach seinem Einstand nach Maß mit einem sauber gestandenen vierfachen Toeloop und der höchsten Punktzahl in diesem Winter. Dabei galt er im vergangenen Jahr nach Platz 15 bei der EM und Rang 28 bei der WM schon als Auslaufmodell.

„Ich hätte mich auch über Platz neun gefreut, aber das ist Eiskunstlauf: Mal geht es in die eine, mal in die andere Richtung“, meinte der dreimalige deutsche Meister. Für die Kür am Donnerstag (18.30 Uhr) sei dieser Sprung nach vorn eine Motivation, aber keine Belastung: „Paul läuft, das Publikum klatscht, und die Preisrichter werten.“

Die Führung bei den Herren übernahm unerwartet der Tscheche Michal Brezina mit 89,77 Punkten vor dem russischen Meister Dimitri Alijew (88,45) und dessen Landsmann Artur Danielian (84,63). Nach sieben EM-Siegen in Serie war der Spanier Javier Fernandez zurückgetreten. Der Medaillenkampf wird am Donnerstag (18.30 Uhr) in der Kür entschieden.

Das Ziel von Fentz nach den Enttäuschungen im vergangenen Winter ist ein Rang unter den besten zehn Läufern. „Das Ergebnis der Kurzkür ist eine gute Grundlage dafür“, sagte er. Allerdings hätte er sogar noch ein paar Punkte mehr machen können, wenn die Kombination des Vierfachen wie vorgesehen mit dem dreifachen Toeloop gelungen wäre. „Er hat es mit dem Kopf gemacht, das zeichnet einen reifen Sportler aus“, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union.

Nach einer einwöchigen Trainingspause vor der EM wegen einer Verletzung im rechten Beuger und einer in Graz abgerissenen Öse am Schlittschuh wollte er auf Nummer sicher gehen und einen Sturz vermeiden. Wenn Fentz wie schon 2018 der Sprung unter die besten Zehn gelingt, könnten 2021 zwei deutsche Herren bei der EM in Zagreb starten.


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