Sportwelt

Ex-Leichtathletik-Chef Diack wird Korruption vorgeworfen

Leichtathletik

Montag, 13. Januar 2020 - 14:49 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Paris. Der frühere Leichtathletik-Weltpräsident Lamine Diack muss sich seit Montag wegen mutmaßlichen Betrugs, Korruption und Geldwäsche vor der 32. Strafkammer des Pariser Gerichts verantworten.

Der ehemalige Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes, Lamine Diack, muss sich vor Gericht verantworten. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

Im November 2015 war der heute 86-jährige Senegalese verhaftet worden. Er stand seitdem unter Hausarrest. Diack, der auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees gewesen ist, erschien selbst zum ersten Verhandlungstag.

Der Prozess soll zunächst bis zum 23. Januar dauern. Ob dann bereits ein Urteil gesprochen wird, ist offen. Diack, der den Weltverband von 1999 bis 2015 führte, drohen bis zu zehn Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte nach vierjährigen Ermittlungen Anklage gegen ihn, seinen Sohn Papa Massata sowie vier weitere in den Fall verstrickte Personen erhoben.

Diack wird unter anderem beschuldigt, Dopingproben gegen Geldzahlungen vertuscht zu haben. Dabei sollen er und sein Sohn, der im Hintergrund die dunklen Machenschaften regelte, rund 3,5 Millionen Dollar kassiert haben. Interpol erlies 2016 einen Haftbefehl gegen Papa Diack, der sich im Senegal aufhält.

Bei dem Prozess dürfte es auch um Schmiergeldzahlungen und Bestechung bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2016 in Rio und 2020 in Tokio gehen. Diack und sein Sohn sollen mit Stimmenkauf die Wahlen zugunsten von Rio und Tokio beeinflusst haben.


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