Sportwelt

Expertin zu Mark S.: Pulver nicht für Menschen geeignet

Doping

Freitag, 4. Dezember 2020 - 15:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa München. Der wegen Dopings angeklagte Mediziner Mark S. ist im Zusammenhang mit dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung von einer Expertin belastet worden.

Muss sich in München vor Gericht verantworten: Sportmediziner Mark S. (r). Foto: Peter Kneffel/dpa

Danach hat der Thüringer, der sich wegen fast 150 Doping-Delikten vor dem Landgericht München verantworten muss, einer Mountainbikerin ein potenziell gefährliches Mittel verabreicht. Dieses Pulver - getrocknetes Hämoglobin - dürfe nicht bei Menschen eingesetzt werden, sagte Renate Stiess vom Chemiekonzern Merck bei einer Zeugenaussage. Mercks Tochtergesellschaft Sigma-Aldrich stellt das verwendete Pulver her und vertreibt es.

Stiess betonte, dass dieses aus menschlichen Blutspenden, aber auch von Tieren wie Mäusen, Katzen, Ziegen oder Elefanten gewonnene Hämoglobin „definitiv keine Medizin“ sei. „Dieses Produkt wird bei uns für die Forschung und Entwicklung verkauft“, sagte sie. Kunden seien zumeist akademische Einrichtungen oder Institute aus dem Biotech-Bereich. Privatpersonen könnten das Pulver nicht bestellen.

Mark S. hatte die Substanz über einen kroatischen Komplizen erworben und der österreichischen Mountainbikerin Christina Kollmann-Forstner im September 2017 verabreicht. Der Sportlerin wurde schlecht, sie schied roten Urin aus, ehe sie sich erholte. Kollmann-Forstner sagte in dem Prozess in München bereits aus, dass Mark S. ihr das Mittel vorgeschlagen habe. Der Arzt beteuert, die Athletin nicht zur Injektion gedrängt zu haben. Kollmann-Forstner bestätigte das.

Expertin Stiess sagte, dass auf dem Etikett deutlich stehe, dass das Pulver nur für Forschung und Entwicklung gedacht sei. Anders als medizinische Produkte würden derartige Substanzen deutlich weniger kontrolliert. Überhaupt werde das Pulver nicht steril geliefert.

© dpa-infocom, dpa:201204-99-574171/2

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