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Sportwelt

Gewinner von 300 Langlauf-Medaillen unter Verdacht

Olympia

Sonntag, 4. Februar 2018 - 08:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Pyeongchang. Fast die Hälfte aller Medaillen im Ski-Langlauf bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften zwischen 2001 und 2017 sollen von Athleten gewonnen worden sein, die ein- oder mehrmals auffällige Blutwerte hatten.

Unsauberer Medaillenkampf? Das Massenstart: Das Langlauf-Massenstartrennen der Männer bei den Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Foto: Hendrik Schmidt

Das berichteten die ARD-Dopingredaktion, die „Sunday Times“, das schwedische Fernsehen SVT und das Schweizer Digitalmagazin republik.ch am Sonntag. Damit würden die Gewinner von insgesamt 313 Medaillen in den vergangenen 16 Jahren unter Doping-Verdacht stehen.

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Dem Rechercheverbund war von einem Whistleblower eine Datenbank mit rund 10 000 Bluttests von fast 2000 Wintersportlern zugespielt worden, die diese ungewöhnliche Häufigkeit verdächtiger Blutwerte dokumentieren soll. Experten zufolge liegt laut einer ARD-Mitteilung die Wahrscheinlichkeit einer anderen Ursache als Doping für derartige Werte unter Topathleten bei lediglich einem Prozent.

Die Daten zeigten zudem, dass mehr als 50 Ski-Langläufer auf der Qualifikationsliste für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang bei Bluttests auffällige Werte aufwiesen, die nahelegten, dass sie in der Vergangenheit betrogen haben könnten und ohne Sanktion davongekommen seien.

Die größte Anzahl an Athleten mit verdächtigen Werten stamme aus Russland. Auch Langlauf-Stars aus Schweden, Österreich und Deutschland sollen zu den Medaillengewinnern mit auffälligen Werten gehören. „Es gibt eine beachtliche Zahl von Medaillengewinnern mit ungewöhnlichen oder höchst ungewöhnlichen Blutprofilen“, sagte der US-Arzt James Stray-Gunderson der ARD. „Das deutet auf beachtliche Verbreitung von Doping im Ski-Langlauf hin.“

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