Sportwelt

Heike Drechsler zu Olympischen Spielen: Japan schafft das

Olympia

Dienstag, 13. April 2021 - 05:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Tokio mit aller Macht durchziehen - wie es das IOC und viele Sportler wollen, die sich jahrelang darauf vorbereitet haben? Olympiasieger aus früheren Tagen wie Heike Drechsler oder Heide Ecker-Rosendahl sind da unterschiedlicher Meinung.

Glaubt an die Austragung der Sommerspiele in Tokio: Heike Drechsler harkt bei den deutschen Jugendmeisterschaften in der Weitsprunggrube. Foto: Stefan Puchner/dpa

Die zweimalige Olympiasiegerin Heike Drechsler hat sich für die geplante Austragung der Olympischen Spiele in Tokio ausgesprochen und bringt den Gastgebern in der Pandemie großes Vertrauen entgegen.

„Natürlich sollen die Spiele stattfinden. Ich kenne Japan: So gut, wie die dort organisiert sind, werden die nichts anbrennen lassen. Ich bin überzeugt, die schaffen das. Das ist eine Riesenherausforderung, aber wenn alle an einem Strang ziehen, dann kann das gut klappen“, sagte die Weitsprung-Goldmedaillengewinnerin von 1992 und 2000 der Deutschen Presse-Agentur.

„Es ist eine Herausforderung, da muss jeder sich darauf einstellen“, sagte die 56 Jahre alte Drechsler zur Debatte um das Mega-Event, das in 100 Tagen eröffnet werden soll. „Am Ende muss Japan selbst entscheiden, aber für die Sportler hängt da so viel dran. Entscheidend ist, dass alle geschützt sind, dass das Risiko kalkuliert und eingegrenzt wird.“

Eher zwiegespalten ist Waldemar Cierpinski, Marathon-Olympiasieger von 1976 und 1980. Cierpinski findet es schwierig, sich in dieser dynamischen Situation klar zu positionieren. „Es sind ja noch 100 Tage hin, aber ich bin mir nicht ganz sicher, dass sie in der derzeitigen Konstellation stattfinden“, sagte der 70 Jahre alte Hallenser. „Ich habe da Bauchschmerzen, vor allem wenn man sieht, was zum Beispiel in Ländern wie Indien oder Brasilien los ist.“ Als Sportler würde er hinfahren, wenn die Rahmenbedingungen klar geregelt wären: „Aber am Ende ist die Gesundheit wichtiger als alles andere.“

Heide Ecker-Rosendahl ist strikt gegen die Austragung der Tokio-Spiele. „Das sind für mich keine Olympischen Spiele“, sagte die 74 Jahre alte zweimalige Goldmedaillengewinnerin von München 1972 der dpa. „Da werden Athleten für ein Schaulaufen für Sponsoren verkauft, um diese bei der Stange zu halten.“ Durch die ganzen Corona-Einschränkungen werde es wohl kaum eine Herzlichkeit unter Athleten im Olympischen Dorf geben können. „Wenn ich heute eine Sportlerin wäre, würde ich nicht nach Tokio fahren.“

Maik Bullmann, Ringer-Olympiasieger von 1992, bezeichnete die Sommerspiele als „immense Herausforderung für alle Beteiligten“ - administrativ, energetisch und finanziell. „Aber man sollte alles Erdenkliche dafür tun, dass sie planmäßig stattfinden können“, sagte der heutige Nachwuchs-Bundestrainer.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-177699/2

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