Sportwelt

Hindernis-Läuferin Krause genießt ihren Gold-Moment

Leichtathletik

Montag, 13. August 2018 - 07:22 Uhr

von Von Florian Lütticke und Ralf Jarkowski, dpa

dpa Berlin. Die Saison ist für Gesa Felicitas Krause nach ihrem zweiten Gold-Coup bei einer Leichtathletik noch nicht vorbei. In drei Wochen will die Hindernis-Läuferin ihren deutschen Rekord knacken. Das langfristige Ziel ist aber ein anderes.

Goldmedaillengewinnerin Gesa Felicitas Krause genießt bei der Siegerehrung ihren Erfolg. Foto: Hendrik Schmidt

Gesa Felicitas Krause schloss immer wieder ihre Augen. Vor und während der deutschen Hymne bei der Siegerehrung nach ihrem zweiten Europameister-Titel über 3000 Meter Hindernis stand der Leichtathletik-Star ganz andächtig auf dem obersten Podest am Marathontor.

„Wir haben sehr wenig Wettkämpfe im Verhältnis zu Fußballern, die jedes Wochenende spielen. Diese Momente sind sehr, sehr rar“, beschrieb die 26-Jährige ihre Gefühlswelt am späten Sonntagabend. „Das war ein Moment, den ich versucht habe, in vollen Zügen zu genießen.“

Mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt verteidigte Krause ihren EM-Titel von 2016 und sorgte für den goldenen Schlusspunkt der Festspiele der deutschen Leichtathleten im Berliner Olympiastadion. Anschließend holte auch noch die Sprintstaffel um Gina Lückenkemper Bronze, so dass zum Ende der Heim-Europameisterschaft Platz drei im Medaillenspiegel und das meiste Edelmetall (19) aller Nationen zu Buche stand.

Krause sorgte für den sechsten Titelgewinn des Deutschen Leichtathletik-Verbands. Ihren ersten EM-Triumph hatte sie vor zwei Jahren in Amsterdam noch von der Spitze weg erlaufen. Nun wartete die Athletin von Verein Silvesterlauf Trier ab und überspurtete die am Ende zweitplatzierte Fabienne Schlumpf aus der Schweiz erst kurz vor dem Sprung über den Wassergraben in der letzten Kurve. „Ich wusste, dass ich hinten raus eine der Schnellsten bin“, sagte sie zu ihrer Taktik.

In 9:19,80 Minuten lief Krause persönliche Saisonbestleistung. Diese will sie nun beim ISTAF in drei Wochen in Berlin deutlich unterbieten - möglichst auch ihren deutschen Rekord von 9:11,85 Minuten. „Die Welt hat sich im Hindernislauf unglaublich verbessert“, sagte Krause. „Die Mädels haben die Neun-Minuten-Barriere gebrochen, für mich steht immer noch die 9:10 an.“

Das langfristige Ziel ist jedoch ein noch größeres. Die Trainingsarbeit mit ihrem Coach Wolfgang Heinig ist schon auf Olympia 2020 in Tokio ausgerichtet. „Da möchte ich mit der Welt mitmischen und mir den Traum einer Olympiamedaille erfüllen“, kündigte Krause an.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.