Sportwelt

IOC wirbt bei deutschen Athleten für das Solidarmodell

Sportpolitik

Mittwoch, 19. September 2018 - 18:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Lausanne. Die deutschen Athleten wollen direkt von den Vermarktungsgewinnen des Internationalen Olympischen Komitees profitieren. Bei einem Treffen mit IOC-Präsident Thomas Bach wurde ihnen wenig Hoffnung auf die Erfüllung der Forderung gemacht - dafür das Solidarmodell erklärt.

Thomas Bach nahm am Treffen mit deutschen Athletenvertretern in Lausanne teil. Foto: kyodo

Das Internationale Olympische Komitee hat bei einem Treffen mit deutschen Athletenvertretern in Lausanne das Solidarmodell zur Finanzierung der Olympischen Spiele diskutiert.

Anlass war ein Offener Brief der deutschen Sportler an das IOC, in dem sie den Anspruch reklamiert haben, dass die an den Spielen teilnehmenden Athleten an den Vermarktungsgewinnen des IOC direkt beteiligt werden. Sie forderten konkret eine Ausschüttung von 25 Prozent des Gesamtgewinns, der in der Olympiade von 2013 bis 2016 mit Erlösen von 5,7 Milliarden Dollar beziffert wurde.

In der Sitzung, an der auch IOC-Präsident Thomas Bach, DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Kersty Coventry als Vorsitzende der IOC-Athletenkommission teilnahmen, warb das IOC für sein aktuelles Solidarmodell. „Das Solidarmodell ist ein nicht am Profit ausgerichtetes Modell, sondern ein werteorientiertes Modell“, hieß es in der IOC-Mitteilung. „Wäre wirtschaftlicher Profit der Maßstab, würde es beispielsweise nicht möglich sein, alle derzeitigen olympischen Sportarten im Programm der Olympischen Spiele zu haben.“ Zudem würden 90 Prozent der Einnahmen in das Solidarmodell zur Organisation der Spiele sowie zur Unterstützung der 206 Nationalen Olympischen Komitees fließen.

Jedes NOK entscheide eigenständig, wie die Mittel am besten genutzt werden. „In Deutschland sorgt der DOSB dafür, dass das Team Deutschland und die deutschen Athleten die bestmöglichen Bedingungen in der Vorbereitung auf und bei den Olympischen Spielen haben“, erklärte das IOC. „Der DOSB begrüßt, dass es zu diesem intensiven Dialog zwischen dem IOC und der deutschen Athletenkommission gekommen ist“, teilte der Deutsche Olympische Sportbund in einer Erklärung mit.

„Wir hatten einen sehr wertvollen Austausch. Alle Beteiligten waren sich einig darüber, dass es von fundamentaler Bedeutung ist, dass Athleten in aller Welt unterstützt werden“, sagte Coventry. Abhängig vom jeweiligen Land werde es immer unterschiedliche Auffassungen darüber geben, wie diese Unterstützung am besten gestaltet werden sollte. „Sie sollte in jedem Fall so effektiv wie möglich sein. Beim Finanzierungsmodell sollten Fairness und Universalität im Mittelpunkt stehen, insbesondere um der Mehrheit von Athleten von kleineren NOKs zu helfen, die weniger finanzielle Mittel haben“, sagte sie.


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