In Nicaragua wird vor Zuschauern geboxt

dpa Managua. Inmitten der Corona-Pandemie ist in Nicaragua vor Hunderten Zuschauern geboxt worden. Ein Abend mit mehreren Kämpfen zwischen lokalen Boxern fand am 25. April in einer Halle in der Hauptstadt Managua statt. Die Veranstaltung wurde auch im Sportsender ESPN übertragen.

In Nicaragua wird vor Zuschauern geboxt

Mit Mundschutz und in Abstand zu den anderen Zuschauern verfolgt das Publikum in Managua einen Boxkampf. Foto: Alfredo Zuniga/AP/dpa

Angesichts der Gefahr einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus trafen die Veranstalter Vorkehrungen: Zwischen den Sitzen wurde reichlich Platz gelassen, viele Anwesende trugen Atemschutzmasken, und Besuchern wurden die Hände besprüht, wie auf Videos zu sehen war.

Dennoch stand der Abend im krassen Gegensatz zu den Absagen von Sportveranstaltungen auf der ganzen Welt wegen der Corona-Krise. Nicaragua gehört - neben Ländern wie Belarus, Turkmenistan und Burundi - zu den wenigen Staaten, in denen noch professioneller Sport betrieben wird. Auch Fußball wird noch gespielt, allerdings vor leeren Rängen. Offiziell gab es in Nicaragua bisher erst drei Todesfälle in Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus.

Der von den linken Sandinisten regierte Staat hat bislang kaum Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus ergriffen. Es gibt weder Ausgangsbeschränkungen noch Verbote von Menschenansammlungen. Die Regierung organisiert weiter Massenveranstaltungen. Amnesty International warf ihr vor, damit das Leben Tausender Menschen zu gefährden. Präsident Daniel Ortega hatte am 15. April bei einem seltenen öffentlichen Auftritt gesagt: „Wenn wir hier aufhören, zu arbeiten, stirbt das Land.“