Langläufer Baldauf gibt Doping vor Gericht zu

dpa Innsbruck. Der im Zuge der „Operation Aderlass“ aufgeflogene Ski-Langläufer Dominik Baldauf hat vor Gericht Blutdoping und die Einnahme von Wachstumshormonen zugegeben.

Langläufer Baldauf gibt Doping vor Gericht zu

Der ehemalige Ski-Langläufer Dominik Baldauf gab Doping vor Gericht zu. Foto: Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl/APA/dpa

Der 27-jährige Österreicher wies aber zurück, dass es eine Täuschung und damit einen Schaden gegenüber den Sponsoren gegeben habe. Baldauf ist vor dem Landgericht Innsbruck wegen gewerbsmäßigen schweren Sportbetrugs angeklagt. Baldauf gehört zu insgesamt 23 Sportlern, die in den Blutdopingskandal um den Erfurter Mediziner Mark S. verwickelt sind.

Er habe sich im April 2016 erstmals Blut abnehmen lassen, ab Herbst 2017 seien Wachstumshormone dazu gekommen. An das Doping herangeführt worden sei er von Langlauf-Kollege Johannes Dürr, der die Ermittlungen mit seinen Aussagen in einem Interview mit der ARD ins Rollen gebracht hatte.

Laut der Anklagebehörde sei ein Schaden für die Sponsoren entstanden. Dies wies Baldaufs Verteidiger zurück. „Denn er sollte langlaufen, und genau das hat er getan“, sagte Rechtsanwalt Andreas Mauhart. Außerdem hätten Mitarbeiter des Österreichischen Ski-Verbandes und auch der Skifirma vom Doping gewusst. Damit könne von Täuschung keine Rede sein.

Während der Nordischen Ski-WM in Innsbruck und Seefeld hatten österreichische und deutsche Behörden Ende Februar Razzien durchgeführt, unter anderen auch bei einem deutschen Sportarzt in Erfurt.

In den nächsten Wochen werden in Österreich weitere Prozesse in der Angelegenheit geführt. Am 15. Januar soll der Fall von Radsportler Georg Preidler verhandelt werden. Der Prozess gegen Rad-Profi Stefan Denifl findet am 3. Februar 2019 statt. Ex-Langläufer Max Hauke, der bei der Razzia in Seefeld auf frischer Tat bei der Rückführung von Blut erwischt wurde, erhielt schon im Oktober 2019 eine fünfmonatige Bewährungsstrafe.