Sportwelt

Messi schüchtern: Schrecksekunde für Reiterin und Zuschauer

Pferdesport

Mittwoch, 29. Juni 2022 - 20:03 Uhr

von Von Michael Rossmann, dpa

dpa Aachen. In Aachen geht es um die Ehre, viel Geld - und für viele deutsche Reiter auch um den Kampf um ein WM-Ticket. Für das Dressurteam gibt es allerdings schon vor den ersten Ritten eine Enttäuschung.

Springreiterin Janne-Friederike Meyer-Zimmermann reitet auf Messi van ’t Ruytershof. Foto: Friso Gentsch/dpa

Dem Publikum stockte kurz der Atem: Springreiterin Janne Friederike Meyer-Zimmermann hat beim Auftakt des zweiten CHIO-Turniertages in Aachen für eine Schrecksekunde gesorgt. Mit Glück und Geschick verhinderte die Springreiterin im Sattel ihres Pferdes Messi einen Sturz.

Die Siegerin des Großen Preises von Aachen 2011 ritt ins letzte Hindernis im ersten Springen des Mittwochs. „Ich war selber überrascht“, sagte die 41-Jährige aus Pinneberg. „Der letzte Sprung hat gezeigt, das Pferd ist vielleicht doch noch ein bisschen schüchtern.“

Der Kampf um ein WM-Ticket wäre für Meyer-Zimmermann beinahe frühzeitig beendet gewesen. Die Mannschafts-Weltmeisterin von 2010 ist nach ihrer Babypause rechtzeitig in Form gekommen und hat mit dem zehnjährigen Wallach Messi wieder ein Toppferd unter dem Sattel. Am Donnerstag soll sie im CHIO-Nationalteam reiten.

„Das kann passieren, sollte aber nicht“, kommentierte Bundestrainer Otto Becker den gerade noch verhinderten Sturz. Die Reiterin sagte: „Er hatte einen kurzen unsicheren Moment und hätte vielleicht mehr Sicherheit von mir gebraucht.“ Sie glaube, dass Messi „jetzt nicht verunsichert ist - und ich bin es auch nicht“. Das Springen gewann der Belgier Wilm Vermeir im Sattel von Linguini.

Neben Meyer-Zimmermann und Messi sind drei weitere Paare für den Nationenpreis am Donnerstagabend nominiert: Christian Kukuk (Riesenbeck) mit Mumbai, Europameister André Thieme (Plau am See) mit Chakaria und die in Belgien lebende Jana Wargers mit Limbridge.

„Der Nationenpreis ist ein Härtetest mit Blick auf die WM“, sagte der Bundestrainer. „Da können sie sich beweisen.“ Auf einen Start im CHIO-Quartett verzichtet hat Marcus Ehning. „Das habe ich mit Otto so abgesprochen“, sagte der Team-Olympiasieger mit Verweis auf den Bundestrainer.

Das derzeitige Toppferd des Weltklassereiters aus Borken ist Stargold, mit dem er auf einen WM-Einsatz hofft. „Da will ich dabei sein“, betonte der 48-Jährige. Heiße Kandidaten für die Weltmeisterschaft im August im dänischen Herning sind neben Ehning auch Christian Ahlmann (Marl) und der ebenfalls in Belgien lebende Daniel Deußer.

Der Traum von der WM ist hingegen für Dressurreiterin Dorothee Schneider beendet, da ihr Pferd Showtime vor dem geplanten CHIO-Auftritt zurückgezogen worden ist. Es sei „nicht so frisch“ wie zuletzt bei den deutschen Meisterschaften und im Training, hieß es in einer Mitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). „Das ist bitter, vor allem für Dorothee“, sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu.

Die zweifache Mannschafts-Olympiasiegerin aus Framersheim hatte nach mehrmonatiger Pause mit Showtime bei der DM in Balve im Grand Prix und im Special gewonnen. Der Weg ins Team führe aber über Balve „und einen Start beim CHIO Aachen“, erklärte Klaus Roeser, der Vorsitzende des Dressurausschusses.

© dpa-infocom, dpa:220629-99-849304/2

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