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Sportwelt

Mini-Aufgebot in Paris mit einem deutschen Top-Favoriten

Pferdesport

Mittwoch, 11. April 2018 - 13:51 Uhr

von Von Michael Rossmann, dpa

dpa Paris. Die Krise des deutschen Springreitens wird auch bei der inoffiziellen Hallen-Weltmeisterschaft deutlich. Ganz anders präsentiert sich in Paris die Dressur.

Otto Becker reist mit großer Vorfreude nach Paris zur Hallen-WM. Foto: Friso Gentsch

Nur zwei deutsche Springreiter beim Weltcup-Finale - das hat der Bundestrainer noch nie erlebt. Dass Otto Becker trotzdem „mit großer Vorfreude“ nach Paris geflogen ist, liegt an den hohen Erwartungen.

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Daniel Deußer und Marcus Ehning gehören bei der inoffiziellen Hallen-WM aus seiner Sicht zu den Favoriten. „Und Marcus ist für mich sogar ein Top-Favorit“, betont der Coach. Dennoch zeugt das Mini-Aufgebot mit zwei Stars zugleich von den Problemen des deutschen Springsports.

„Beide haben mit ihren Pferden gute Chancen, ganz vorne mitzureiten“, sagt der Bundestrainer vor dem ersten Springen. Der 43 Jahre alte Ehning sattelt seinen im Vorjahr lange verletzten Cornado. Mit dem Hengst kann der dreimalige Weltcupsieger aus Borken einen Rekord aufstellen und als erster Springreiter den Titel zum vierten Mal gewinnen.

Der seit vielen Jahren in Belgien lebende Deußer reitet Cornet D'Amour, der im Vorjahr ebenfalls länger ausfiel. Dass der Hengst im fitten Zustand Weltklasse ist, bewies er vor vier Jahren, als er Deußer beim Finale in Lyon zum Weltcup-Sieg trug.

Nicht dabei ist Christian Ahlmann, obwohl er sich locker für Paris qualifiziert hatte. „Ich habe kein passendes Pferd“, sagt der Reiter aus Marl. Der für das Final-Turnier eingeplante Epelaser ist noch verletzt. „Es hat keinen Sinn, dort ohne ein richtig gutes Pferd zu reiten.“

Dass nur zwei deutsche Springreiter beim abschließenden Höhepunkt der Hallensaison starten, ist ein weiteres Zeichen für die schleichende Krise. Abzulesen sind die Probleme auch in der Weltrangliste, in der seit einem halben Jahr kein Deutscher zu den besten Zehn zählt. „Die Anzeichen sind da, das ist eine neue Herausforderung“, sagt Bundestrainer Becker.

In früheren Jahren konnte er aus dem Vollen schöpfen, sechs oder sieben Final-Starter waren keine Ausnahme. Jetzt muss Becker feststellen: „Uns fehlen einige Top-Pferde, viele Reiter sind auf der Suche.“ So versucht Meredith Michaels-Beerbaum, die dreimalige Weltcupsiegerin aus Thedinghausen, „eine neue Truppe aufzustellen“.

Die Preise für Weltklasse-Pferde liegen schon lange im Millionen-Bereich und sind zuletzt weiter gestiegen. „Im Ausland wird mehr bezahlt“, berichtet Becker. „Gute Reiter haben wir genug, daran liegt es nicht. Aber es wird immer schwerer, richtig gute Pferde zu finden.“

Das ist auch in der Dressur so, aber nach einer Krise sind die Deutschen wieder spitze - allen voran Isabell Werth. Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt will in Paris ihren Vorjahressieg von Omaha mit Weihegold wiederholen und gilt als große Favoritin. Spitzenplätze zuzutrauen sind auch den beiden anderen Reiterinnen: Jessica von Bredow-Werndl (Tuntenhausen) mit Unee und Dorothee Schneider (Framersheim) mit Sammy Davis jr.

Hintergrund:

Die Weltcup-Sieger werden im Pferdesport bei nur einer Veranstaltung ermittelt. Im Gegensatz zu anderen Sportarten beginnen alle Starter beim Finale in Paris bei null. Die vorherigen Weltcup-Turniere dienten allein der Qualifikation. Die dabei erzielten Punkte zählen nicht für die inoffizielle Hallen-Weltmeisterschaft in der AccorHotels Arena.

Das Finale der Springreiter besteht aus drei Teilen. Die ersten beiden Prüfungen am 12. und 13. April sind ein Zeitspringen sowie ein Springen mit Stechen. Ist nach den zwei weiteren Umläufen am 15. April noch keine Entscheidung gefallen, gibt es ein weiteres Stechen. Die Dressur beginnt mit einem Grand Prix am 13. April. Die Entscheidung fällt in der Kür am 14. April.

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