Sportwelt

Protest-Aktion vor FIFA-Zentrale in Zürich

Fußball

Freitag, 1. April 2022 - 11:23 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Zürich. Als Protest gegen die Ausrichtung der WM 2022 in Katar haben Künstler Volker-Johannes Trieb sowie die Verbände der Arbeiterwohlfahrt 6500 mit Sand gefüllte Fußbälle vor der FIFA-Zentrale abgeladen.

Als Protest wurden 6500 mit Sand gefüllte Fußbälle vor dem FIFA-Sitz in Zürich abgeladen. Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

„Auf Kosten der Fußball-Weltmeisterschaft sind in Katar beim Bau der Stadien viele Tausend Menschen gestorben. Sie wurden wie Sklaven behandelt und sind an Hitze, an Erschöpfung oder wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen gestorben. Das wurde sowohl von der FIFA als auch von der Regierung in Katar in Kauf genommen“, sagte Trieb einer Mitteilung zufolge.

Der Freitag als Aktionstag wurde gewählt, weil am Abend in Doha die Gruppen der Endrunde (21. November bis 18. Dezember) ausgelost werden. Beteiligt waren die Verbände AWO International und AWO Bezirk Westliches Westfalen. Bedruckt waren die Bälle mit dem Zitat „Weltgewissen, du bist ein Fleck der Schande“. Es seien noch weitere Aktionen geplant, hieß es in einer Mitteilung. Gesammelt werden auch Spenden, „die den Menschen in den Ländern der Getöteten zu Gute kommen“.

Debatte über Menschenrechtslage in Katar

Der WM-Gastgeber steht praktisch seit der Vergabe Ende 2010 wegen der Menschenrechtslage und der Bedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik. Im Mittelpunkt stand und steht das sogenannte Kafala-System, das Arbeitnehmern aus dem Ausland praktisch alle Rechte nimmt. Laut der Zeitung „Guardian“ sind seit der Vergabe mehr als 6500 Arbeiter aus Südostasien gestorben.

Die Regierung des Emirats verweist immer wieder auf zahlreiche Reformen - insbesondere für die Arbeitnehmerrechte. Im Gegensatz zu anderen Ländern der Region ist das Kafala-System in Katar offiziell abgeschafft. Verstöße gegen die neuen Gesetze würden rigoros verfolgt, heißt es aus dem Emirat, das Fehler eingesteht und Geduld einfordert. Mit Bezug auf die gestorbenen Arbeiter argumentiert Katar, die Sterberate liege angesichts von mehr als 1,4 Millionen Menschen aus der Region im Land im zu erwartenden Bereich.

© dpa-infocom, dpa:220401-99-756687/3

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