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Sportwelt

Putin sieht Doping-Kampagne: Weitere vier Skiläufer gesperrt

Doping

Donnerstag, 9. November 2017 - 16:26 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Moskau. Weitere vier russische Skilangläufer sind wegen Dopingverdachts für sämtliche Olympischen Spiele gesperrt worden. Kremlchef Putin kritisiert das IOC und wittert eine Kampagne vor der russischen Präsidentenwahl im März.

Russlands Präsident Wladimir Putin vermutet eine gezielte Kampagne durch das IOC kurz vor der russischen Präsidentenwahl. Foto: Barbara Walton

Nach den lebenslangen Sperren für vier weitere russische Skilangläufer hat Kremlchef Wladimir Putin das Vorgehen des Internationalen Olympischen Komitees kritisiert. Vor Arbeitern in Tscheljabinsk am Ural vermutete er eine gezielte Kampagne kurz vor der russischen Präsidentenwahl.

Im Februar sollen die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea beginnen, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. „Und wann ist bei uns Präsidentenwahl? Im März. Es besteht der Verdacht, dass alles getan wird, um Unwillen bei Sportfans und Sportlern zu erregen, weil ihr Staat angeblich in Regelverstöße verwickelt ist.“

Das IOC hatte nach der Suspendierung von Olympiasieger Alexander Legkow und dessen Teamgefährten Jewgeni Below auch den zweifachen Silbermedaillen-Gewinner von Sotschi 2014, Maxim Wylegschanin, für alle IOC-Wettbewerbe gesperrt. Er muss seine Olympia-Medaillen nun zurückgeben. Weitere Sperren trafen Alexej Petuchow, Julia Iwanowa und Jewgenija Schapowalowa. Das bestätigte der russische Ski-Langlaufverband FLGR und kündigte umgehend den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne an.

Zuvor hatte die zuständige IOC-Kommission unter Leitung des Schweizers Denis Oswald bereits die Langläufer Legkow und Below wegen angeblich ausgetauschter oder widerrechtlich geöffneter Dopingproben in Sotschi gesperrt. Beide legten über ihren deutschen Anwalt Christof Wieschemann gleichfalls Berufung vor dem CAS ein. Im Fall von Legkow und Below hatte Wieschemann von einem „politischen Urteil“ gesprochen. „Das Urteil stand fest, bevor wir den Gerichtssaal betreten haben“, warf er dem IOC vor.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte die lebenslangen Sperren als „klare und mutige Entscheidung“ des IOC bezeichnet. IOC-Präsident Thomas Bach sieht in der Manipulation von Proben „einen direkten Angriff auf die Integrität der Olympischen Spiele und des IOC“.


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