Revanche? Deutschland im WM-Viertelfinale gegen Tschechien

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dpa Helsinki. Trotz der besten deutschen WM-Vorrunde überhaupt muss das Eishockey-Nationalteam im Viertelfinale gegen Tschechien ran. Mit dem zwölfmaligen Weltmeister hat die DEB-Auswahl noch eine Rechnung offen.

Revanche? Deutschland im WM-Viertelfinale gegen Tschechien

Der Schweizer Nico Hischier (l) und Deutschlands Torwart Philipp Grubauer (r) in Aktion. Foto: Peter Schneider/KEYSTONE/dpa

Die Siegesserie ist gerissen, aber das Selbstvertrauen ungebrochen.

Nach der besten Punktausbeute in einer WM-Vorrunde überhaupt bereitet sich das deutsche Eishockey-Team am Mittwoch mit breiter Brust auf das Viertelfinale am Donnerstag (15.20 Uhr/Sport1 und MagentaSport) gegen den zwölfmaligen Weltmeister Tschechien vor. „Wenn wir weiter unsere Arbeit machen, haben wir gegen jeden Gegner eine Chance“, sagte Ex-NHL-Verteidiger Korbinian Holzer nach dem 3:4 (2:1, 0:2, 1:0) nach Penaltyschießen am Dienstag im letzten Vorrundenspiel gegen die Schweiz.

Zweiter Gruppenplatz vor Kanada

Durch die erste Niederlage nach zuvor fünf Siegen in Serie verpasste das Team von Bundestrainer Toni Söderholm zwar den ersten Gruppensieg überhaupt bei einer WM. Durch das Unentschieden nach hochklassigen und spannenden 60 Minuten gegen eines der bislang stärksten Teams bei dem Turnier sicherte sich Deutschland aber einen Punkt und damit Platz zwei noch vor Rekord-Weltmeister Kanada. „Als Zweiter die Gruppe zu beenden, ist definitiv eine gute Ausgangslage“, sagte Stürmer Marcel Noebels. „Wir können stolz auf uns sein.“

Platz zwei war aber nicht nur wichtig für das Selbstbewusstsein. Dadurch vermied Deutschland auch das Viertelfinal-Duell mit den noch stärker eingeschätzten Schweden, die nun auf Kanada treffen. Gegen Tschechien besteht zudem die Chance auf eine Revanche. Nach der vormals besten deutschen WM-Vorrunde 2019 bei der ersten WM unter Söderholm war Deutschland ebenfalls selbstbewusst in das Spiel gegen Tschechien gegangen, dann aber 1:5 in Bratislava unterlegen.

„Diesmal wollen wir ins Halbfinale und werden dafür alles geben“, sagte Noebels nun. „Wenn ich sehe, dass wir hier gegen einen sehr starken Gegner gut mithalten und sogar hätten gewinnen können, bin ich zuversichtlich, dass wir gar nicht so schlechte Turnierchancen haben.“

Holzer: „sind bereit“

In der Tat scheint das miese Auftreten bei den Olympischen Spielen im Februar nur ein Ausrutscher nach unten gewesen zu sein. Stimmung, Leistung und Wille sind in Helsinki bislang deutlich besser als in Peking und erinnern schon wieder an die WM im vergangenen Jahr in Riga, als Deutschland Vierter wurde. „Wir sind auf jeden Fall bereit für den nächsten Schritt jetzt“, sagte Holzer.

Und auch der hörbar erkältete Bundestrainer ließ durchblicken, dass er mehr will. „Wir haben vieles gut gemacht, einiges müssen wir noch verbessern. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Ich glaube, man hat gesehen dass wir bereit sind“, sagte der der 44 Jahre alte Finne, der zudem froh ist, noch in Helsinki für das Viertelfinale bleiben zu können und nicht nach Tampere fahren zu müssen. „Wer einmal in beiden Städten war, weiß, dass Helsinki die schönere Stadt ist“, sagte Söderholm trocken.

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