Sportwelt

Tokio: IOC-Vize nach Corona-Kontroverse eingetroffen

Olympia

Dienstag, 15. Juni 2021 - 03:32 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Tokio. John Coates löste mit seiner Ankündigung, die Spiele könnten auch unter Quasi-Notstandsbedingungen stattfinden, eine Kontroverse aus. Im Vorfeld seiner Ankunft in Japan kam es zu Protesten.

John Coates und seine Delegation wollen die letzten Vorbereitungen für die Spiele koordinieren. Foto: Takuto Kaneko/Kyodo News via AP/dpa

Gut einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio ist der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees in der japanischen Hauptstadt eingetroffen.

John Coates und seine Delegation wollen die letzten Vorbereitungen für die Spiele unter Corona-Bedingungen koordinieren. Im Vorfeld seiner Ankunft hatten rund drei Dutzend Bürger mit Plakaten gegen die Spiele protestiert und Coates aufgerufen, nicht zu kommen.

Japans Olympia-Machern und dem IOC ist es bisher nicht gelungen, die breite Öffentlichkeit in Japan für die Spiele vom 23. Juli bis 8. August zu begeistern. Tokio befindet noch bis Sonntag im Corona-Notstand, doch erwägt die Regierung, die Millionenmetropole auch während der Spiele Tokio unter eine Art Quasi-Notstand zu stellen.

IOC-Vize hatte im vergangenen Monat erklärt, die Spiele in Tokio könnten auch unter Notstandsbedingungen durchgeführt werden und löste damit eine Kontroverse in Japan aus. Coates, der die Koordinierungskommission des IOC leitet, wird die nächsten drei Tage mit seiner Delegation in Quarantäne sein. Auch die darauffolgenden elf Tage werden ihre Aktivitäten angesichts der weiter andauernden Pandemie eingeschränkt sein, wie Japans Organisatoren mitteilten.

Ein rigider Lockdown ist der Notstand in Japan aber nicht: So sollen Restaurants keinen Alkohol ausschenken und schon um 20.00 Uhr schließen, ebenso Kaufhäuser und Kinos. Größere Veranstaltungen in Kultur und Sport sind erlaubt, aber mit höchstens 5000 Zuschauern.

Die Olympischen Spiele in Japans Hauptstadt sollen unter sehr strengen Hygiene- und Corona-Regeln abgehalten werden. Sie waren wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden.

Japans Regierungschef Yoshihide Suga hatte auf dem Gipfel der großen Industrienationen (G7) seine Entschlossenheit bekräftigt, ungeachtet der Pandemie und der breiten Ablehnung in der eigenen Bevölkerung die Spiele abzuhalten. Japans Oppositionsparteien reichten am Dienstag einen Misstrauensantrag gegen Sugas Kabinett ein. Wegen der Mehrheit der Koalitionsparteien im Parlament dürfte das Vorhaben jedoch scheitern.

© dpa-infocom, dpa:210615-99-994348/3

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