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Sportwelt

Tour-Spektakel wieder in der „Hölle des Nordens“

Radsport

Freitag, 13. Juli 2018 - 14:12 Uhr

von Von Christoph Sicars und Andreas Zellmer, dpa

dpa Chartres. Vor dem ersten Ruhetag der Tour de France wartet auf Chris Froome und seine Kontrahenten ein erster, von vielen gefürchteter Härtetest. Tony Martin hat gute Erinnerungen an die gefürchteten Kopfsteinpflaster auf dem Weg nach Roubaix.

Chris Froome hat keine guten Erinnerungen an die „Hölle des Nordens“. Foto: Christophe Ena/AP

Chris Froome hat an die „Hölle des Nordens“ böse Erinnerungen - Tony Martin empfindet gehörigen Respekt und ganz zarte Hoffnungen.

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„Es ist für mich seit langem die schwerste Kopfsteinpflaster-Etappe bei der Tour“, sagte Martin der Deutschen Presse-Agentur im Hinblick auf de neunte Etappe der 105. Tour de France. Der Abschnitt vor dem ersten Ruhetag führt am Sonntag über Teile des Frühjahrsklassikers Paris-Roubaix - und verspricht das große Spektakel. Wenn Martin im Katusha-Alpecin-Team freie Fahrt erhält, rechnet er sich etwas aus, „wenn die Tagesform stimmt“ und er von Defekten und Stürzen verschont bleibt.

Über 156,5 Kilometer von Arras nach Roubaix führt das Teilstück die Radprofis - davon 22 Kilometer verteilt über 15 der gefürchteten Kopfsteinpflasterpassagen im französischen Norden. „Ich erwarte nach der Etappe große Zeitrückstände der Team-Kapitäne“, vermutete Martin, der 2015 auf der vierten Etappe auf ähnlichem Terrain und trotz eines Plattens als Tagessieger ins Gelbe Trikot fuhr. Ein Jahr davor musste der als Titelverteidiger ins Rennen gegangene Sky-Kapitän Froome nach zwei Stürzen auf der Ruckelpiste 2014 die Tour schwer gezeichnet nach fünf Tagen beenden.

Vincenzo Nibali aus Italien legte damals mit seinem dritten Platz in Arenberg den Grundstein für seinen ersten und bis dato einzigen Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Aus dem Kreis der Klassementsfahrer dürfte dem Sieger des Frühjahrs-Klassikers Mailand-Sanremo auch diesmal die Höllen-Strecke am besten liegen.

Die großen Favoriten auf den Etappensieg in Roubaix heißen Peter Sagan, der in diesem Jahr erstmals in seiner Laufbahn Paris-Roubaix gewann. Aber auch John Degenkolb aus Oberursel hofft auf seinen ersten Coup. Der deutsche Klassikerspezialist triumphierte 2015 im altehrwürdigen Velodrom von Roubaix, nachdem er zuvor bereits bei Mailand-Sanremo gesiegt hatte. „Das ist eine Etappe, bei der ich natürlich auf Sieg fahre“, erklärte Degenkolb, der auch im sechsten Tourjahr weiter seinem ersten Tageserfolg hinterherfährt.

Der Weg zum Sieg am Sonntag führt auf jeden Fall über den vor der siebten Etappe zweimal erfolgreichen Superstar Sagan und Olympiasieger Greg Van Avermaet. Der Belgier siegte ein Jahr vor Sagan in Roubaix und möchte am Sonntag wieder jubeln - und das am Liebsten im „Maillot Jaune“. „Es ist spektakulär hier zu gewinnen. Ich hoffe, ich kann das Gelbe Trikot bis Sonntag behalten“, hatte der BMC-Kapitän am Donnerstag erklärt.

Einen schwachen Trost für die nicht Roubaix-affinen Anwärter auf den Gesamtsieg hat Martins Teamkollege Nils Politt. „Die Bergfahrer müssen jetzt auch mal über die Kopfsteinpflaster fahren, wir Klassikerspezialisten müssen schließlich auch über die Berge“, sagte der lange Kölner, der im April in Roubaix auf einen achtbaren siebten Platz fuhr.

Er und der Rest des Pelotons dürfen sich trotz aller Qual zumindest über einen frühen Feierabend freuen. Wegen des Endspiels der Fußball-WM in Russland zwischen Frankreich und Kroatien endet das Teilstück bereits um kurz nach vier.

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