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Sportwelt

Trostloser Wimbledon-Start - Sechs Deutsche früh raus

Tennis

Montag, 1. Juli 2019 - 17:34 Uhr

von Von Kristina Puck, dpa

dpa London. Ohne einen Satzgewinn schieden zum Wimbledon-Auftakt die deutschen Tennisprofis reihenweise aus. Philipp Kohlschreiber wehrte sich couragiert gegen Novak Djokovic, war aber chancenlos. Angelique Kerber beginnt am Dienstag ihre Mission als Titelverteidigerin.

War gegen Novak Djokovic chancenlos: Philipp Kohlschreiber. Foto: Steven Paston/PA Wire

An einem ernüchternden deutschen Tennis-Tag musste Philipp Kohlschreiber die Klasse von Titelverteidiger Novak Djokovic anerkennen - und wollte von einem nahenden Karriere-Ende nichts wissen.

„Ich spiele hoffentlich noch ein paar Jahre. Ich fand, dass ich seit langem mal wieder besser gespielt habe. Das macht mir Hoffnung“, sagte der 35-Jährige nach der klaren Niederlage gegen den serbischen Weltranglisten-Ersten. Mit dem 3:6, 5:7, 3:6 des Augsburgers im ersten Spiel auf dem Centre Court hatte sich die Niederlagenserie der deutschen Tennisprofis am Eröffnungstag des zweiwöchigen Rasenspektakels fortgesetzt.

Der Weltranglisten-57. Kohlschreiber zeigte bei angenehmen sommerlichen Temperaturen eine couragierte Leistung, blieb aber letztendlich chancenlos und ohne einen Satzgewinn - wie zuvor fünf andere deutsche Teilnehmer bei ihrem frühen Ausscheiden. „Er war heute ein sehr starker Gegner. Ich war natürlich nicht glücklich über die Auslosung. Es kommt momentan knüppeldick, und es passte zu der Situation“, fasste der Davis-Cup-Spieler seinen kurzen Aufenthalt beim berühmten Rasenturnier zusammen.

Auch für Mona Barthel, Anna-Lena Friedsam, Peter Gojowczyk, Cedrik-Marcel Stebe und Mischa Zverev war das besondere Wimbledon-Gefühl schnell wieder Geschichte. Das anfangs 14 Spieler umfassende Aufgebot des Deutschen Tennis Bundes reduzierte sich bereits erheblich. Die trostlose Statistik: Keinem aus dem zunächst geforderten Sextett gelang es, einen Satz für sich zu entscheiden. Am Dienstag greifen angeführt von Titelverteidigerin Angelique Kerber sieben weitere deutsche Teilnehmer in das Spielgeschehen ein.

Bei seiner 60. Teilnahme an einem der vier Grand-Slam-Turniere wäre auch Kohlschreiber noch gerne länger im Südwesten Londons geblieben. Auf dem prall gefüllten Centre Court wehrte sich der Wimbledon-Viertelfinalist von 2012 lange, in entscheidenden Situationen war Djokovic aber zu stark. „Es war eine tolle Bühne. Ich kann zufrieden sein“, bilanzierte Kohlschreiber.

In den ersten beiden Durchgängen ging der Außenseiter anfangs sogar in Führung. Im zweiten Satz kassierte der Routinier dann zum 5:6 im ungünstigen Moment das entscheidende Break. Im dritten Abschnitt ließ sich der Vorjahressieger den Vorteil mit dem Spielgewinn zum 4:3 nicht nehmen.

„Es hat sich großartig angefühlt. Es ist ein heiliger Platz. Er hat einen sehr speziellen Platz in meinem Herzen“, sagte der 32-jährige Djokovic, der auch mit der Hilfe des früheren Siegers Goran Ivanisevic seinen fünften Wimbledon-Titel anstrebt. Er zollte seinem bayerischen Kontrahenten Respekt: „Die Auftaktrunden sind immer knifflig, insbesondere wenn du einen Gegner wie Kohlschreiber hast. Alle Sätze waren eng. Ich musste hart arbeiten.“

Djokovic tätschelte nach dem Auftaktsieg den Rasen, bedankte sich beim Publikum und schrieb ausgiebig Autogramme, Kohlschreiber schulterte seine Tennistasche und verließ den Platz. Der einstmals beste deutsche Tennisprofi knüpft in dieser Saison bisher nicht an seine stärksten Zeiten an und fiel aus den Top 50. Im Frühjahr in Indian Wells hatte der 35-Jährige den 15-maligen Grand-Slam-Turniersieger Djokovic aber überraschend bezwungen. Diesmal konnte er wie 2015 in seiner Erstrundenpartie in Wimbledon seinem Schicksal gegen den Titelverteidiger nicht entgehen.

Muss in Wimbledon schon wieder die Koffer packen: Peter Gojowczyk. Foto: Bradley Collyer/PA Wire

Schied bereits in der ersten Runde in Wimbledon aus: Anna-Lena Friedsam. Foto (Archiv): Facundo Arrizabalaga/EPA Foto: Facundo Arrizabalaga

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