Sportwelt

Trotz Corona wieder Zuschauer beim Tennis in Hamburg

Tennis

Montag, 21. September 2020 - 15:02 Uhr

von Von Lars Reinefeld, dpa

dpa Hamburg. Stuttgart, Halle, Berlin, Bad Homburg - überall sollte in diesem Jahr Tennis gespielt werden. Doch Corona verhinderte den speziellen Sommer in Deutschland. Umso stolzer sind sie in Hamburg, dass das Turnier am Rothenbaum stattfindet. Und das sogar mit Zuschauern.

In Hamburg sind die Veranstalter stolz, dass das ATP-Turnier am Rothenbaum stattfindet. Foto: Axel Heimken/dpa

Es geht noch relativ ruhig zu am Hamburger Rothenbaum.

Zum Start in die Hauptfeld-Woche stehen bei den European Open der Tennisprofis nur vier Einzel und zwei Doppel auf dem Programm, die Stars des Turniers wie der Russe Daniil Medwedew oder der deutsche Hoffnungsträger Jan-Lennard Struff greifen erst später ins Geschehen ein. Die vielen Absperrgitter vor dem für rund zehn Millionen Euro modernisierten Stadion wirken daher ein bisschen überdimensioniert, werden in den kommenden Tagen aber noch ihre Berechtigung haben. Denn in Hamburg darf endlich wieder Tennis vor Zuschauern gespielt werden.

2300 Besucher sind pro Tag auf der Anlage an der Hallerstraße erlaubt. Das sind 2300 mehr als noch bei den US Open in New York vor einer Woche, als sich Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev und der Österreicher Dominic Thiem im Finale im Arthur Ashe Stadium nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit duellierten.

Weshalb sie in der Hansestadt ganz besonders stolz auf ihre Zuschauer-Lösung sind. „Die Tenniswelt blickt auf uns. Wir sind erst das zweite Turnier, bei dem Zuschauer zugelassen sind. Wir haben eine riesengroße Verantwortung“, sagte Turnierdirektorin Sandra Reichel. „Von diesem Turnier geht ein wichtiges Signal für den Sport aus“, sagte Hamburgs Sportsenator Andy Grote (SPD) überschwänglich.

Damit dieses Signal ein positives ist, haben sie am Rothenbaum ein strenges Hygiene- und Sicherheitskonzept entwickelt. Jeder Besucher muss beim Betreten der Anlage einen Gesundheitsbogen ausfüllen, zudem wird bei jedem Zuschauer die Temperatur gemessen. Gibt es auch nur die kleinsten Hinweise auf eine Erkrankung, wird der Zugang verwehrt.

Auch auf der Anlage angekommen, gibt es Regeln zu befolgen. Im Einbahnstraßenmodus geht es ins Stadion und wieder zurück, auf dem kompletten Weg zum Sitzplatz herrscht Maskenpflicht. Im Stadion selbst wird nur jede zweite Sitzreihe genutzt, der Abstand von 1,5 Metern zum Nebenmann ist stets einzuhalten, wenn man nicht aus einem Haushalt kommt. Das Zuschauen beim Training der Stars auf den Außenplätzen ist anders als in der Vergangenheit nicht möglich. Jedes Risiko soll ausgeschlossen werden.

Dass nun endlich der gelbe Filzball über das Netz fliegt, ist für Turnierdirektorin Reichel bereits ein Riesenerfolg. Eigentlich hätte das Turnier Mitte Juli stattfinden sollen, wurde wegen Corona aber erst einmal abgesagt. Hinter den Kulissen arbeiteten Sandra Reichel und ihr Vater und Veranstalter Peter-Michael Reichel stets an neuen Lösungen. Selbst ein Hallenturnier stand kurzzeitig zur Debatte. „Es wäre so schade gewesen, wenn wir in diesem schönen Stadion in diesem Jahr kein Tennis gesehen hätten“, sagte Sandra Reichel.

Das sehen offenbar auch die Spieler so. Seit Jahren war das Turnier nicht mehr so gut besetzt wie in diesem Jahr. Zwar erfüllte sich der Traum von einer Teilnahme von Zverev oder Thiem nicht. Insgesamt sind aber vier Spieler aus den Top Ten dabei. Alle sind im offiziellen Turnierhotel Grand Elysée nicht weit von der Anlage untergebracht. Zwar können die Veranstalter den Spielern nicht verbieten, auch mal in die Stadt zu gehen. Sie raten aber dringend davon ab. Damit von Hamburg das Signal ausgeht, dass Tennis vor Fans wieder möglich ist.

© dpa-infocom, dpa:200921-99-650583/2

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