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Sportwelt

USADA-Chef Tygart: „Die Wada muss sich reformieren“

Sportpolitik

Freitag, 17. Juli 2020 - 10:52 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Der Chef der US-Anti-Doping-Agentur unterstützt Pläne der amerikanischen Regierung, wonach die Zuschüsse an die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada eingefroren werden sollen.

„Die Wada muss sich reformieren“ fordert Travis Tygart, der Vorsitzende der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA. Foto: Maja Hitij/dpa

„Niemand will, dass das Geld reduziert wird. Auch wir wollen mehr Geld. Aber wir wollen es nicht unter den gegenwärtigen Umständen“, sagte Travis Tygart im Interview mit dem Internetportal „Sportbuzzer“. Er forderte: „Die Wada muss sich reformieren.“ Pro Jahr zahlt die USA 2,7 Millionen Dollar an die Wada.

Der Reformprozess ziehe sich seit 2016 hin, erklärte Tygart (49). Damals hätten die Nationalen Anti-Doping-Agenturen mehr Transparenz, größere Unabhängigkeit und stärkere Athletenbeteiligung in den Wada-Gremien gefordert. „Auf die Reformen warten wir immer noch“, sagte Tygart. Deshalb habe das Repräsentantenhaus die US-Drogenkontrollbehörde (ONDCP) ermächtigt, die Zuwendungen an die Wada zu kürzen oder einzustellen, sollten die Reformen nicht erfolgen.

Die Wada hatte die Kritik zurückgewiesen und zum entsprechenden ONDCP-Bericht erklärt, dass dieser Ungenauigkeiten und Unwahrheiten enthalte - mit der Absicht, die Weltagentur zu diskreditieren.

Nicht verstehen kann Tygart, dass das neue US-Anti-Doping-Gesetz (Rodchenkov Act) von der Wada abgelehnt wird. Es soll Dopingfahndern Ermittlungen auch außerhalb der USA erlauben. Tygart hält das für notwendig, um Vergehen - wie die von Tamas Ajan - aufzuklären und zu sanktionieren. Der Ex-Präsident des Gewichtheber-Weltverbandes soll zehn Millionen Dollar unterschlagen und 40 Dopingfälle vertuscht haben.

„Er konnte den Ruhestand antreten, ohne jede Konsequenz“, sagte Tygart. „Korrupte Sportfunktionäre befinden sich in einer Art Niemandsland, in dem sie den Sport korrumpieren, saubere Athleten betrügen können und nicht fürchten müssen, zur Rechenschaft gezogen zu werden.“ Um Funktionäre wie Ajan zur Verantwortung zu ziehen, brauche es den Rodchenkov Act.

© dpa-infocom, dpa:200717-99-826171/2

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