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Sportwelt

Von Kletterer bis Sprinter: Die Deutschen bei der Tour

Radsport

Dienstag, 2. Juli 2019 - 04:52 Uhr

von Von Patrick Reichardt und Christoph Sicars, dpa

dpa Brüssel. Die jüngere Vergangenheit war glorreich für die Deutschen bei der Tour. Zahlreiche Etappensiege wurden Jahr für Jahr eingefahren. Nun fehlen zwei Routiniers und ein Sprinter. Doch es gibt neue Hoffnung.

Emanuel Buchmann möchte sich in der Gesamtwertung weit vorne platzieren. Foto: Valentin Flauraud/KEYSTONE

Die letzte Tour de France ohne deutschen Etappensieg? Das war schon 2010. Seither haben Marcel Kittel und Co. kräftig abgeräumt. In vier der vergangenen sechs Tour-Jahre gab es fünf oder mehr Tageserfolge.

Diesmal fehlen neben Kittel (Rennpause nach Trennung von Katusha-Alpecin) auch Top-Sprinter Pascal Ackermann (absolvierte den Giro) und John Degenkolb (nicht nominiert). Droht ein Jahr ohne Einzelerfolge? Die Deutsche Presse-Agentur blickt vor dem Start in Brüssel am Samstag auf die deutschen Fahrer.

DER HOFFNUNGSTRÄGER: Spätestens seit seinem Auftritt beim Criterium du Dauphiné (dritter Gesamtrang) zählt Emanuel Buchmann zum erweiterten Favoritenkreis bei der Tour de France. „Die Tour werde ich als Kapitän für die Gesamtwertung bestreiten, und das Ziel sind die Top Ten“, sagte der 26 Jahre alte Ravensburger vom Team Bora-hansgrohe. Bei der Vuelta 2018 (12. Gesamtrang) und der Tour vor zwei Jahren (15.) unterstrich er bereits seine Fähigkeiten als starker Kletterer. In diesem Jahr dürfte für den aufstrebenden Buchmann noch mehr drin sein.

DER KLASSIKERSPEZIALIST: Mit seinem zweiten Platz bei Paris-Roubaix machte Nils Politt auf sich aufmerksam. Gegen Spezialist Philippe Gilbert musste sich der Profi vom Team Katusha-Alpecin erst auf den letzten Metern des Klassikers geschlagen geben. In Frankreich dürfte der 25 Jahre alte Politt viel attackieren, auf einen Etappensieg fahren und zudem Teamkapitän Ilnur Sakarin unterstützen.

DER MEISTER: Mit neuer Kleidung wird Maximilian Schachmann sein Tour-de-France-Debüt bestreiten. Der 25 Jahre alte Berliner vom Team Bora-hansgrohe kommt nach seinem deutschen Meistertitel mit viel Selbstvertrauen nach Brüssel. „Es ist natürlich ein tolles Gefühl, mit dem Trikot in die Tour zu gehen“, sagte Schachmann. Nach einem starken Klassiker-Frühjahr gilt er für hügelige und nicht zu schwere Etappen als ernsthafter Anwärter für Tagessiege.

DER ROUTINIER: Elf Etappen bei der Tour, sieben beim Giro und vier bei der Vuelta: André Greipel hat in seiner Laufbahn definitiv bewiesen, dass er den nötigen Speed hat, um Teilstücke bei den großen Rundfahrten zu gewinnen. In Abwesenheit von Kittel und Degenkolb dürfte er als Deutscher bei Flachetappen 2019 am ehesten noch zu den Anwärtern auf vordere Plätze zählen. Dass nach seiner Serie (von 2011 bis 2016 immer Minimum einen Tagessieg) aber noch einmal ein Erfolg dazukommt, ist eher unwahrscheinlich. Greipel ist inzwischen 36 Jahre alt.

DER ZEITFAHRER: Ein Garant für Etappensiege war in der Vergangenheit auch Zeitfahrspezialist Tony Martin. Der 34-Jährige vom Team Jumbo-Visma hat diesmal im Einzelzeitfahren nur eine Chance, dazu kommt ein Mannschaftszeitfahren direkt am ersten Wochenende. Als Hauptaufgabe bezeichnet es Martin, „unsere Kapitäne zu unterstützen, damit wir so als Team das Optimum rausholen können“. Nur im Kampf gegen die Uhr kann Martin für sich und die eigene Bilanz fahren.

UND SONST: Neben Politt ist bei Katusha-Alpecin auch noch Rick Zabel, Sohn des früheren Sprinters Erik Zabel, am Start. Lennard Kämna vom Team Sunweb feiert sein Tour-Debüt.

Nils Politt wurde beim Klassiker Paris-Roubaix in diesem Jahr Zweiter. Foto: Dirk Waem/BELGA

Tony Martin ist der Spezialist für die Zeitfahren. Foto: Jan Woitas

Fährt im Meistertrikot zum Tour-Debüt: Maximilian Schachmann. Foto: Jan Woitas

André Greipel möchte beweisen, dass er noch um Sprintsiege mitfahren kann. Foto: Claude Paris/AP

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