WADA zu ARD-Doping-Doku: „Sehr seltenes Vorkommnis“

dpa Frankfurt/Main. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat die ARD-Dokumentation „Geheimsache Doping - Schuldig. Wie Sportler ungewollt zu Dopern werden können“ zur Kenntnis genommen.

WADA zu ARD-Doping-Doku: „Sehr seltenes Vorkommnis“

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat die ARD-Dokumentation zu ungewolltem Doping zur Kenntnis genommen. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Sie betrachtet die darin beschriebenen Umständen aber aufgrund der geringen Anzahl solcher Fälle, die in der Vergangenheit aufgetreten sind, als „sehr seltenes Vorkommnis“, wie die WADA mitteilte. Zudem sei das Potenzial wissenschaftlich auf eine sehr kleine Anzahl verbotener Substanzen beschränkt, die über die Haut aufgenommen werden könnten, zum Beispiel das anabole Steroid Clostebol.

In der Dokumentation wird am 17. Juli (18.00 Uhr) im Ersten über ein Experiment berichtet, das den Nachweis geliefert habe, wie saubere Sportler durch flüchtigen Hautkontakt zu Opfern von Doping-Anschlägen werden. Die Untersuchung wurde von der ARD-Dopingredaktion und dem Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Köln durchgeführt. Bei der Versuchsreihe bekamen zwölf Probanden geringe Mengen verschiedener Anabolika mittels einer Trägersubstanz über die Haut verabreicht - durch minimale Berührungen an Hand, Nacken und Arm, hieß es in einer ARD-Mitteilung am Freitag. Bei allen Probanden hätten die Erstauswertungen der Proben durch das Kölner Doping-Kontrolllabor einen massiven Betrugsverdacht ergeben.

Die WADA erkenne an, dass einige Athleten besorgt sein könnten, wenn sie diese Dokumentation sehen. Diese Möglichkeit der Übertragung sei innerhalb der Anti-Doping-Gemeinschaft aber bekannt, hieß es weiter.

Die WADA hofft, dass die Macher des Dokumentarfilms alle relevanten Beweise der Anti-Doping-Agentur zukommen lassen, um dann beurteilen zu können, ob „neue Daten ans Licht gekommen sind. Die WADA passt ihre Methoden und Prozesse kontinuierlich an, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse auftauchen“, hieß es weiter.

Die Athleten könnten weiterhin darauf vertrauen, dass das Ant-Doping-System auch in Zukunft vielfältige Sicherheitsvorkehrungen enthalte und mit dem Fortschritt der Wissenschaft weiter angepasst werde.

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