Zverev: „So viel größer als alles andere im Sport“

Von Aufgezeichnet von Kristina Puck, dpa

dpa Tokio. Alexander Zverev hat geschafft, was Boris Becker oder Michael Stich nicht geschafft haben. Der Hamburger Tennisprofi gewinnt Olympia-Gold im Einzel.

Zverev: „So viel größer als alles andere im Sport“

Alexander Zverev war nach seinem Tennis-Gold restlos begeistert. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Fragen an den deutschen Tennisprofi Alexander Zverev, der bei den Olympischen Spielen in Tokio Gold gewann.

Ist dieser Erfolg mit irgendetwas vergleichbar?

Alexander Zverev:Ich kann es mit nichts vergleichen. Das ist so viel größer als alles andere im Sport. Ich habe die ATP-Finals gewonnen. Aber die Goldmedaille und diese Olympischen Spiele, dieser Wert ist unglaublich. Du spielst nicht nur für dich selbst, du spielst für dein ganzes Land. Das ist ein unglaubliches Gefühl für mich gerade.

Sie haben etwas geschafft, was Boris Becker nicht geschafft hat. Hätten Sie sich etwas Besseres erträumen können?

Zverev: Es gibt nichts Besseres, denke ich. Die Goldmedaille habe ich um den Hals, aber die Leute zuhause haben die Athleten hier unterstützt. Die Olympischen Spiele sind das größte Sportevent der Welt. Die Gefühle, die ich habe, und die Gefühle, die ich wahrscheinlich in ein paar Tagen haben werde, sind nicht vergleichbar mit irgendwas anderem.

Ist dies ein Sieg, der das Selbstvertrauen vor dem nächsten Grand Slam steigern kann?

Zverev: Um ehrlich zu sein, will ich nicht über die nächsten Grand Slams gerade reden. Ich habe gerade die Olympischen Spiele gewonnen. Ich habe anständiges Tennis gespielt, ich will es genießen für zwei Minuten.

Wie sind Sie mit den Bedingungen hier zurechtgekommen?

Zverev: Wie man sieht, relativ okay. Klar, es war heiß. Es hat allen Spielern gut getan, dass sie dann nur noch ab dem Nachmittag gespielt haben. Das war etwas einfacher. Aber ich weiß nicht, wie ich auf diese Frage antworten soll. Es gibt momentan wenige Menschen, die glücklicher sind als ich. Ich habe so ein goldenes Ding um den Hals rum, und das ist nicht eine von den 50 Ketten, die ich normalerweise trage. Wie ich gespielt habe, was ich gemacht habe, interessiert mich alles nicht. Ich habe die Goldmedaille und morgen fliege ich damit nach Hause.

Wie hat es sich angefühlt, als Sie auf dem Podium standen?

Zverev: Es gab wenige Momente in meinem Leben, wo ich mich besser gefühlt habe.

Haben Sie erwartet, dass die Medaille so schwer ist?

Zverev: Das Ding ist schwer, aber sehr angenehm und das nehme ich erst mal nicht ab, bis ich irgendwann zuhause bin.

Das Interesse ist schon nach Ihrem Halbfinalsieg gegen Novak Djokovic gestiegen. Wie wichtig ist es Ihnen, dass Sie mehr Leute erreichen?

Zverev: Am Ende des Tages möchte ich den Tennissport in Deutschland populär machen. Ich möchte, dass kleine Kinder zu ihren Eltern gehen und sagen, ich möchte Tennis ausprobieren. Das ist schon wichtig für mich. Weil ich diese Sportart liebe. Und diese Sportart hat mir das gegeben, wofür ich jetzt stehe, was ich jetzt erreicht habe. Ohne Tennis wäre ich auch nicht wirklich jemand. Diese Sportart hat mir eine Goldmedaille jetzt gegeben. Ich möchte, dass Kinder und die nächste Generation diesen Traum verfolgen, den ich jetzt verfolge.

Wie werden Sie denn feiern?

Zverev: Ich hoffe, das Deutsche Haus hat mehr Ideen als ich. Denn ich bin im Moment relativ ahnungslos.

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