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Boulevard

Barbara Schöneberger und die zwölf Frauen

Musik

Freitag, 11. Mai 2018 - 13:41 Uhr

von Von Sabine Penack und Dorit Koch, dpa

dpa Berlin/Hamburg. Im Fernsehen moderiert Barbara Schöneberger Shows von der ESC-Party bis zum NDR-Talk, daneben erscheint ihre Frauenzeitschrift „Barbara“ und jetzt legt sie auch als Sängerin wieder ein neues Werk vor.

Barbara Schöneberger singt wieder. Foto: Jan Woitas

„Jetzt singt sie auch noch“ - mit diesem Albumtitel hat Barbara Schöneberger bei ihrer ersten Platte den Kritikern schon mal den Wind aus den Segeln genommen. Schlagfertig und selbstironisch wie kaum eine andere gehörte sie bereits damals zu den gefragtesten Moderatorinnen.

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Seitdem sind zehn Jahre vergangen, ihre TV-Shows größer geworden und die Termine für die umtriebige Entertainerin nicht weniger: Gerade erschien wieder eine Ausgabe ihrer „Barbara“-Zeitschrift, RTL kündigte ein neues Format mit ihr, Thomas Gottschalk und Günther Jauch an, im Ersten präsentiert sie am Samstag (12. Mai) die ESC-Party rund um das Finale - und am Tag zuvor (11. Mai) legt sie selbst als Sängerin nach und bringt ein neues Album heraus.

„Eine Frau gibt Auskunft“ heißt ihr viertes Werk - was in diesem Fall genaugenommen bedeuten soll: Zwölf Frauen geben Auskunft. Von der verlassenen Ehefrau bis zur Geliebten haben sie verschiedene Frauentypen kreiert und dann Stoff für deren Geschichten gesammelt, wie die Sängerin im Interview der Deutschen Presse-Agentur über die Zusammenarbeit mit Peter Plate und Ulf Leo Sommer vom Rosenstolz-Kreativteam erzählt. Entstanden sind Pop-Arrangements, bei denen es ihre Produzenten gewesen seien, die darauf geachtet hätten, dass ihre Lieder „nicht zu schlagerig“ klingen. „Ich könnte super gut so eine Schlagermaus sein“, das leichte Vibrato in der Stimme habe sie voll drauf, erzählte Schöneberger ihren Fans auf Instagram.

Dass Schöneberger singen und ihren Songs genauso witzige, aber auch berührende und nachdenkliche Töne anschlagen kann, hat sie schon bei ihrem Debüt bewiesen, mit zwei weiteren Platten („Nochmal, Nur Anders“/2009, „Bekannt aus Funk und Fernsehen“/2013) fortgesetzt und demonstriert sie nun erneut. Ihre Lieder - an vier Titeln hat sie selbst mitgeschrieben und „Peter hat es dann in Reimform gebracht“ - thematisieren „Das beste Date seit Jahren“ ebenso wie Routine-Sex („Du willst es doch auch“) und die „Happy Patchwork-Family“. „Ich versuche, aus Frauensicht bestimmte Lebenssituationen zu schildern - und da ist der Mann mal der Böse, aber auch ganz oft der Doofe. Und manchmal macht er es auch ganz gut“, sagt sie.

Beim Chanson „Isabelle Huppert“ handele es sich um den einzigen „möglicherweise autobiografischen Titel“, heißt es im Pressetext. „Hab' davon geträumt, wie d zu sein, kettenrauchend, schwarzer Rolli und allein - geheimnisvoll. Bin wie immer die Erste am Buffet, lache viel zu laut, so gar nicht français - der Mund ist voll“, singt sie da zu sanften Gitarrenklängen über die französische Filmdiva - und sich selbst? „Ich kann total gut über etwas Auskunft geben, was mich nicht emotional total direkt betrifft“, erklärt Schöneberger. Wenn sie tatsächlich auch noch über ihre innersten Gefühle offen sprechen würde, „dann hat man irgendwie alles gegeben“, sagt sie. „Und ich finde, man kann sich ja ruhig noch ein kleines Geheimnis bewahren.“

Ein bisschen anders sei sie diesmal an das Album herangegangen. „Ich glaube, viele Leute haben eine Vorstellung davon, was sie von mir erwarten. Dem musste ich schon gerecht werden.“ Auch überraschend und unerwartet sollten die Stücke werden, jedoch auch so, dass sie den Nerv ihrer Hörerinnen, Zuschauerinnen und Leserinnen treffen. „Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man viele Leute erreichen kann und dass es trotzdem künstlerisch anspruchsvoll ist.“ Ihre Fans seien wohl zumeist weiblich und weniger die 20-Jährigen als viel mehr die Frauen ab 40, meint die 44 Jahre alte gebürtige Münchnerin, die mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Berlin lebt und in Hamburg alle zwei Wochen die „NDR Talk Show“ moderiert.

In der Lebensphase zwischen 40 und 50 könne man schon ziemlich gut beurteilen: „Was habe ich geschafft, was habe ich nicht geschafft und ist es realistisch zu denken, dass man noch mehr schafft. In der Mitte des Lebens kann man ganz gut Auskunft geben über viele Dinge.“ Sie selbst sei niemand, der verbissen an etwas festhalten würde. „Ich habe eigentlich immer versucht zu gucken: Welche Tür steht denn auf - und dann bin ich in die Richtung gegangen“, sagt die Moderatorin, die einst mit der Show „Blondes Gift“ bekannt wurde. „Manchmal muss man auch einfach loslassen und sagen: Okay, dann mache ich halt was anderes.“

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