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Boulevard

„Beale Street“ auf Blu-ray: Liebesdrama von Barry Jenkins

Film

Freitag, 30. August 2019 - 09:06 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Rassismus, Polizeiwillkür - und die ganz, ganz großen Gefühle. In Barry Jenkins' Melodram „Beale Street“ dreht sich alles um die einzigartige Liebe - zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

Zwischen Liebe und Verzweiflung: Tish (KiKi Layne) und Fonny ( Stephan James). Foto: Tatum Mangus/Annapurna Pictures/DCM

Rund zehn Jahre ist es her, dass Barry Jenkins erstmals von sich reden machte. Mit seinem Liebesdrama „Medicine for Melancholy“ konnte der Regisseur damals einen kleinen Festivalhit landen. Danach aber war erst einmal Funkstille.

Nach zwei gescheiterten Projekten war es schließlich ein Film, der Jenkins zu einem der wichtigsten Filmemacher seiner Generation werden ließ: „Moonlight“ (2016) - ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des afroamerikanischen Kinos. In dem mit schmalem Budget gedrehten Drama erzählt Jenkins intensiv und klischeefrei vom Heranwachsen eines schwulen, schwarzen Jungen in prekären Verhältnissen. Zwei Oscars gab es dafür: Bester Film und bestes adaptiertes Drehbuch.

Und auch mit seinem dritten Spielfilm „Beale Street“, der jetzt auf Blu-ray/DVD erschienen ist, stellt Barry Jenkins sein Ausnahmetalent wieder unter Beweis. In dem Drama, das auf einen Roman des Schriftstellers James Baldwin basiert, geht es um den Kampf einer jungen schwarzen Frau um ihren Geliebten, der unschuldig im Gefängnis sitzt.

„Die Reinheit der Liebe zwischen ihnen ist definitiv etwas, das mich ergriffen hat“, sagte Jenkins „The Atlantic“ mit Blick auf das Baldwin-Buch. Das Drehbuch schrieb er bereits, als er auch das Skript für „Moonlight“ verfasste.

Auch in „Beale Street“ geht es um Rassismus und Justizwillkür, doch sie sind nur der - allerdings besonders - grimmige Hintergrund für die bewegende Liebesgeschichte eines jungen schwarzen Paares im New York der frühen 1970er Jahre - die leidenschaftliche Filmmusik des Oscar-nominierten Komponisten Nicholas Britell sorgt für zusätzliche emotionaler Tiefe.

Es ist die Geschichte der 19-jährigen Tish (Kiki Layne) und ihres nur wenige Jahre älteren Freundes Fonny (Stephan James), die im ärmlichen New Yorker Viertel Harlem leben. Der junge Künstler wird fälschlicherweise der Vergewaltigung einer Puerto-Ricanerin bezichtigt, ein weißer, rassistischer Polizist (Ed Skrein) hat dabei seine Hand im Spiel. Unschuldig kommt Fonny hinter Gitter. Die schwangere Tish versucht alles, um ihn schnell wieder aus dem Gefängnis herauszuholen.

Sie ist die Ich-Erzählerin. In Rückblenden wechselt der Film zwischen der Romanze des Paares und den Besuchen der jungen Frau im Gefängnis hin und her. Dort könnten die Liebenden von einer Glasscheibe getrennt nur über ein Telefon miteinander sprechen.

Kraft gibt ihr auch ihre Mutter Sharon, die mit Leidenschaft und Hoffnung an ihrer Seite kämpft. Dafür hat Regina King einen Nebenrollen-Oscar gewonnen. „Wenn du ihre Performance siehst, siehst du deine Mutter, du siehst deine Tante, du siehst deine Cousine, du siehst deine Großmutter, du siehst die Frau den Block hinunter, die dir immer geholfen hat.... du siehst all diese Leute, die sich in einer Person zusammenfinden“, sagte Barry Jenkins „Buzzfeed“ mit großer Bewunderung für Kings Darstellungskunst.

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