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Boulevard

Belle and Sebastian machen jetzt Filmmusik

Musik

Dienstag, 17. September 2019 - 09:47 Uhr

von Von Oliver Beckhoff, dpa

dpa Glasgow/Berlin. Belle and Sebastian hören und dabei Aggressionen empfinden - das ist nicht möglich. Das gilt auch für „Days Of The Bagnold Summer“: Sanfter und harmonischer kann Indie-Folk kaum sein.

Die britische Indie-Pop-Band Belle and Sebastian meldet sich mit Filmmusik zurück. Foto: Marisa P Murdoch/Beggars Group

Musik wie eine warme Decke an einem nasskalten Herbsttag - so ließe sich das Schaffen von Belle and Sebastian beschreiben: Indie-Folk, wie er sanfter und bescheidener kaum daherkommen könnte.

Ein Sound, der Ruhe ausstrahlt, die sich schnell überträgt. Und obwohl sich „Days Of The Bagnold Summer“ klanglich durchaus einpasst in eine Entwicklung, die die Band seit ihrer Gründung 1996 genommen hat, stellt das inzwischen 14. Album der Band aus Schottland ein Novum dar: Es ist ein Soundtrack.

Zehn neue Stücke, zwei neu aufgelegte Klassiker und ein Song, der bislang nie auf einem Tonträger erschienen ist, finden sich auf der Platte. Dass sie in dieser Form entstand, ist nicht zuletzt einem Fan zu verdanken: dem Regisseur Simon Bird. Für sein Kinodebüt über einen jungen Metal-Fan, der seine ursprünglichen Pläne für die Sommerferien begraben und die Zeit stattdessen mit seiner Mutter verbringen muss, wünschte Bird sich, zwei alte Songs der Band zu verwenden.

Zum einen das noch unveröffentlichte und bis zu diesem Zeitpunkt nie ganz zu Ende geschriebene „Safety Value“ - ein Lied, das nur eingefleischte Verehrer der Glasgower Band kennen. Sänger Stuart Murdoch kann sich nicht erinnern, ihn jemals „außerhalb eines Coffeeshops“ gespielt zu haben, wie es in einer Mitteilung des Labels heißt.

Außerdem „Get Me Away From Here I'm Dying“ vom 1996er-Album „If You're Feeling Sinister“ - ein echter Hit. Mit „I Know Where The Summer Goes“ findet sich zudem ein weiteres Stück Belle-and-Sebastian-Geschichte auf dem Album, das allerdings schon dem Titel nach regelrecht auf den Film zugeschnitten ist: Sommer, große Ferien, eine Zeit größter Versprechungen, der Freiheit, des Ausprobierens - oder eben auch nicht, wie im Fall des jungen Filmhelden.

Um es etwas weniger glamourös auszudrücken: Sommer ist die Zeit, „in der deine Achseln schlecht riechen und deine Küche wie der Vorhof zur Hölle aussieht“ („when your underarm smells and your kitchen looks like hell“), wie Murdoch singt.

Die erste Single-Auskopplung des Albums, „Sister Buddah“, machte aus der Not gleich eine Tugend. „Der Song erzählt die Geschichte von jemandem, der die Kicks des Alltags, nach denen alle suchen, hinter sich lassen will, um seine innere Stärke wieder zu finden“, heißt es in einer Mitteilung.

Angelehnt ist die Handlung des Films an eine gleichnamige Graphic Novel von Jeff Winterheart, von der wiederum Murdoch ein großer Fan ist. Das trug mit dazu bei, dass sich Regisseur Bird und die Band über eine Zusammenarbeit schnell einig wurden. Wie Film und Musik nun zusammenwirken, das wird man erst 2020 erfahren - erst dann soll „Days Of The Bagnold Summer“ Film-Premiere feiern. Lust darauf machen die 13 Stücke von Belle and Sebastian jedenfalls.

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