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„Der Waldmacher“: Schlöndorff als Dokumentarfilmer

Film

Montag, 4. April 2022 - 18:55 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Potsdam/Berlin. Volker Schlöndorff hat er einen Dokumentarfilm über einen interessanten Mann aus Australien gedreht - mit einer Botschaft, die man gut gebrauchen kann.

Der Filmregisseur Volker Schlöndorff ist einer der wenigen deutschen Oscargewinner. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Wie schafft man es, in kahlen Gegenden wieder Bäume wachsen zu lassen? Mit dieser Frage hat sich der Australier Tony Rinaudo in seinem Leben viel beschäftigt.

Für seine Arbeit gewann er einen Alternativen Nobelpreis. Nun hat ihm der Regisseur Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“) einen Dokumentarfilm gewidmet.

Rinaudo lasse ganze Wälder wachsen, ohne einen einzigen Baum zu pflanzen, erzählt Schlöndorff zu Beginn des Films. Mehrere Wochen war der Regisseur unterwegs, hat Rinaudo etwa ins westafrikanische Niger begleitet. Entstanden sind interessante Einblicke.

Der Film „Der Waldmacher“ erzählt, dass Rinaudo als junger Mann mit seiner Partnerin und einem Baby auf den afrikanischen Kontinent gezogen ist. Sie bekamen weitere Kinder, scheiterten mit Baumpflanzungen, erlebten eine große Hungersnot in den 1980ern. „Und dann ist etwas passiert, was in der Bibel „eine Offenbarung“ heißt“, heißt es im Film.

Rinaudo habe einmal mit seinem Auto angehalten und ein stilles Gebet gesprochen. Dann sei ihm ein Busch aufgefallen - und er habe festgestellt, dass das im Grunde ein kleiner Baum war. Es müsse - schlussfolgerte er - ein weites Wurzelnetzwerk unter der Erde geben. Einen unterirdischen Wald, der nur darauf warte, ans Licht zu kommen - durch Schutz und Pflege der Triebe.

Scheitern und Hoffnung

Der rund anderthalb Stunden lange Film nimmt einen mit ins Leben der Menschen dort. Beeindruckend sind dabei vor allem die Frauen, die der Film porträtiert. Schlöndorff - einer der weniger deutschen Regisseure, die einen Oscar gewonnen haben - erzählt im Film von Landwirtschaft und Hunger, Wassermangel und Kohlehandel, vom Scheitern und von Projekten, die Hoffnung spenden.

„Tony Rinaudo hat mich gelehrt, ein bisschen hoffnungsvoller in die Welt zu schauen“, hatte Schlöndorff der dpa im Herbst vor dem Weltklimagipfel gesagt. Rinaudo sei überzeugt, dass Wandel möglich sei, „dass wir noch sehr viel gut machen können“. Rinaudo und seine Frau hätten angefangen herauszufinden, was man verändern könne. „Und das immer mit guter Laune und Ausstrahlung, mit Witz und Bescheidenheit, abenteuerlustig wie Don Quijote und mit tiefer Gläubigkeit wie ein Missionar.“

- Der Waldmacher, Deutschland 2021, 87 Min., FSK ab 0 Jahren, von Volker Schlöndorff, mit Tony Rinaudo, Tesfamariyam Antoniyo, Cecilia Topok Saparoug, Ablaye Cissoko.

© dpa-infocom, dpa:220331-99-741108/3

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