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Die Lokalitäten der Anderen - Deutsche Drehorte

Film

Sonntag, 14. März 2021 - 13:12 Uhr

von Von Gregor Tholl, dpa

dpa Berlin. In Beverly Hills profitiert das Hotel aus dem Film „Pretty Woman“ bis heute von dem Klassiker mit Julia Roberts. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche berühmte Film-Orte. Eine Pilgerreise.

In der Netflix-Serie „Dark“ taucht die Friedhofskapelle auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf auf. Foto: picture alliance / ZB

Vor 15 Jahren - am 23. März 2006 - kam das später mit einem Oscar ausgezeichnete Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ ins Kino.

Wer in Berlin in der Nähe des berühmten Clubs „Berghain“ unterwegs ist, kann hier am Wohnhaus der Filmfiguren Georg Dreyman und Christa-Maria Sieland (gespielt von Sebastian Koch und Martina Gedeck) vorbeispazieren - in der Wedekindstraße, Hausnummer 21.

Auch andere Adressen und Orte in Deutschland sind vielen aus Film und Fernsehen in Erinnerung geblieben und manchmal jahrzehntelang fast Pilgerorte. Eine Auswahl - selbstverständlich völlig unvollständig:

Stahnsdorf: Weltberühmt wurde der hiesige Friedhof (Südwestkirchhof) nahe Berlin durch die Netflix-Serie „Dark“, in der die Holzkapelle im Norwegen-Stil als Motiv der fiktiven Stadt Winden zu sehen ist.

Roseburg: In dieser Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) liegt das Gut Wotersen, dessen gelbe Gebäude und Stallungen Drehort der ZDF-Serie „Das Erbe der Guldenburgs“ waren.

Ahlbeck: Die Seebrücke des alten Ostseebads auf Usedom hat einen Auftritt am Ende von Loriots 30 Jahre alter Rentnerkomödie „Pappa ante portas“ - als Ort einer Familienfeier.

Moritzburg: Das barocke Schloss Moritzburg im Landkreis Meißen bei Dresden ist berühmt durch den Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ - eine Märchen-Koproduktion von CSSR und DDR 1973.

Görlitz: Die Altstadt der ostsächsischen Stadt ist als Kulisse begehrt, etwa bei historischen Filmen wie „Fabian“, „Inglourious Basterds“, „Werk ohne Autor“, „Grand Budapest Hotel“, „Der Vorleser“.

Schulzendorf: Das hiesige Schloss bei Berlin ist - computertechnisch leicht verändert - das angebliche Mädchenwaisenhaus Methuen Home in Kentucky aus der Netflix-Serie „Das Damengambit“. Als Amerika werden in der Serie auch Aufnahmen am Berliner Friedrichstadtpalast und dem Palais am Funkturm verkauft.

Unterhaching: Unter anderem die Schulkomödie „Fack Ju Göthe“ wurde am 70er-Jahre-Schulgebäude des Lise-Meitner-Gymnasiums in Unterhaching bei München gedreht.

Eisenhüttenstadt: Der stalinistische Planstadtteil aus den 50ern ist das größte Flächendenkmal Deutschlands und war hervorragend für den DDR-Film „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume geeignet.

Hamburg: In der Hein-Hoyer-Straße (Altona) entstanden etwa Szenen für Fatih Akins „Aus dem Nichts“, am Hotel Atlantic für den Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ und auf St. Pauli für „Der Goldene Handschuh“.

Landshut: Hier entstand die bald endende ARD-Serie „Um Himmels Willen“ rund ums fiktive Kloster Kaltenthal. Das historische Rathaus in Landshut ist das Rathaus, Schloss Niederaichbach das Kloster.

Kronberg: Das hiesige Schlosshotel bei Frankfurt/Main, einst Wohnsitz der Kaiser-Witwe „Victoria Kaiserin Friedrich“, wird 2022 im Film „Spencer“ mit Kristen Stewart als Lady Di zu Schloss Sandringham.

Glottertal: Die „Schwarzwaldklinik“ ist ein Gebäude in Glottertal und bis heute ein beliebtes Ausflugsziel. Das Heimatmuseum Hüsli in Grafenhausen diente als Wohnhaus von Chefarzt Professor Brinkmann.

Plattenburg: Im Ortsteil Netzow in Brandenburg drehte Michael Haneke für den Schwarz-Weiß-Film „Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte“. Das Dorf-Werk spielt vor dem Ersten Weltkrieg.

Pöcking: Im Ortsteil Possenhofen befindet sich das echte Schloss von Sisis bayerischer Familie, in den „Sissi“-Filmen der 50er nahm man jedoch das Schloss Fuschl im Salzkammergut - heute ein Luxushotel.

Lüneburg: Die malerische Altstadt in Niedersachsen dient der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ als romantische Kulisse, unter anderem das Hotel „Drei Könige“ ist einer der Hauptdrehorte.

Monschau: Die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern nahe Belgien dient unter anderem als Drehort für die ARD-Filmreihe „Die Eifelpraxis“ oder war auch in der Netflix-Miniserie „Über Weihnachten“ zu sehen.

Much: Die ARD-Krimiserie „Mord mit Aussicht“ im fiktiven Eifel-Ort Hengasch hatte verschiedene Drehorte; Wohnhaus der Figur Sophie Haas (Caroline Peters) war das Alte Forsthaus in Heckhaus (Gemeinde Much).

Eltville: Hier im hessischen Rheingau im (Zisterzienser-)Kloster Eberbach fanden Mite der 80er Jahre die Innenaufnahmen für die Umberto-Eco-Verfilmung „Der Name der Rose“ mit Sean Connery statt.

Bad Tölz: Der oberbayerische Ort mit seiner prächtigen Marktstraße wurde durch die Sat.1-Krimiserie „Der Bulle von Tölz“ mit Ottfried Fischer als Hauptkommissar Benno Berghammer populär.

Quedlinburg: Orte in der Harz-Welterbe-Stadt in Sachsen-Anhalt stellten etwa im Film „Goethe!“ (2010) Wetzlar und in der „Heidi“-Neuverfilmung (2015) das historische Frankfurt am Main dar.

Bamberg: Die fränkische Stadt ist Handlungs- und Drehort von drei Kinderfilmen rund um das „Sams“, das Paul Maar erfand. Christine Urspruch spielte das kleine Fabelwesen.

Baddeckenstedt: Die Gemeinde bei Wolfenbüttel diente mit dem Schloss Oelber als Kulisse für Szenen der Komödie „Das Spukschloss im Spessart“ (1960) mit Lilo Pulver. Andere Szenen wurden wirklich am Spessart gedreht, nämlich in Miltenberg; das meiste aber in Studios.

München: In der 80er-Kultserie „Kir Royal“ diente zum Beispiel die Aussegnungshalle am Ostfriedhof als Portal eines Restaurants, in dem es Klebstoff-Mogul Haffenloher (Mario Adorf) krachen lässt.

Gelsenkirchen: Im Stadtteil Bismarck diente die Straße Ahlmannshof als authentische Szenerie für die Recklinghäuser Kinderjahre von Hape Kerkeling in der Buchverfilmung „Der Junge muss an die frische Luft“.

Berlin: Als Club „Moka Efti“ in der Serie „Babylon Berlin“ diente das frühere Delphi-Kino in Weißensee (heute ein Theatersaal). In Steglitz steht das Wohnhaus der Schumanns aus der ZDF-Serie „Ich heirate eine Familie“, im Hansaviertel das Oscar-Niemeyer-Haus aus dem Film „Lara“ mit Corinna Harfouch. Die Oberbaumbrücke über die Spree - zwischen Kreuzberg und Friedrichshain - war ein wichtiges Motiv im 90er-Jahre-Film „Lola rennt“, die Karl-Marx-Allee nahe Alexanderplatz im Wendedrama „Good Bye, Lenin!“.

Die Neuköllner Uthmannstraße diente vor über 40 Jahren als altes Danzig in der Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“. Der Berliner Bahnhof Zoologischer Garten war natürlich Motiv des Films sowie der neuen Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Die Glienicker Brücke über die Havel an der Grenze zu Potsdam hat im Hollywood-Film „Bridge of Spies“ mit Tom Hanks einen großen Auftritt.

© dpa-infocom, dpa:210314-99-814260/3

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