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Boulevard

Diego Pinera: Latin-Jazz als neue ACT-Klangfarbe

Musik

Donnerstag, 1. Februar 2018 - 06:11 Uhr

von Von Werner Herpell, dpa

dpa Berlin. Von Uruguay über die USA und Kuba nach Berlin - es war ein weiter Weg für den hochtalentierten Jazz-Drummer Diego Pinera. Jetzt hat er beim deutschen Label ACT eine neue musikalische Heimat gefunden. Sein aktuelles Album ist eine vielversprechende Visitenkarte.

Diego Pinera lässt seinen Mitstreitern viel Raum zur eigenen Entfaltung. Foto: ACT/Gregor Hohenberg

Label-Chef Siggi Loch war sichtbar stolz, als er kürzlich seinen neuen Jungstar vorstellte: Der Schlagzeuger Diego Pinera stehe für eine Klangfarbe, die seine 25 Jahre alte Firma ACT so noch nicht im Angebot habe - und das auf höchstem Niveau.

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Die Rede ist vom Latin-Jazz, den Pinera auf seinem ACT-Debüt „Despertando“ zelebriert. Der 1981 in Montevideo geborene Drummer konzentriert sich hier mit eigenen Stücken und Kompositionen von Duke Ellington („Caravan“) über Sonny Rollins („St. Thomas“) bis Emiliano Salvador („A Puerto Padre“) auf seine südamerikanischen Wurzeln.

Aufgenommen wurde die Platte im April 2017 in den weltberühmten Berliner Hansa Studios. Begleitet wird der körperlich zierliche, aber ungeheuer energisch und dynamisch wirkende Wuschelkopf aus Uruguay von vier Top-Musikern: dem Pianisten Tino Derado, dem Bassisten Omar Rodriguez Calvo (Tingvall Trio), dem Flötisten Daniel Manrique-Smith und dem deutschen Trompeter Julian Wasserfuhr, einem anderen ACT-Jungstar.

Pinera hat Schlagzeug am Berklee College of Music (USA), an der University of Music in Havanna (Kuba) und an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig studiert, inzwischen lebt und arbeitet er in Berlin. In den elf Tracks von „Despertando“ kann sich Pinera, der 2017 für das Vorgängeralbum „my picture“ den Jazz-Echo als bester Drummer erhalten hatte, so richtig austoben, ohne dass dies je in rhythmische Kraftmeierei ausartet.

Im Gegenteil - der 36-Jährige ist, ähnlich wie sein Label-Kollege Wolfgang Haffner, ein dezent und feinsinnig auftrumpfender „Mannschaftsspieler“, der seinen Mitstreitern als Bandleader viel Raum zur eigenen Entfaltung gönnt. Besonders Pianist Derado weiß dies immer wieder zu nutzen, etwa in der wunderbar lässig swingenden Version von Gato Barbieris berühmter Filmmusik „Last Tango in Paris“ und im folkloristischen „La Comparsa“ von Ernesto Lecuona, das im tiefsten Winter Sommerurlaubsgefühle weckt.

Auch auf die Konzerte dieser temperamentvollen Truppe darf man sich freuen. Ab Mitte Februar ist Diego Pinera in Trio-Besetzung auf Tour: 17./18.2. München, 9.3. Berlin, 25.3. Kiel, 29.3. Berlin, 23.5. Hamburg. 

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