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„Faking Bullshit“: Deutscher Film um kriminelle Polizisten

Film

Montag, 7. September 2020 - 10:02 Uhr

von Von Cordula Dieckmann, dpa

dpa München. Keine Kriminalität - eigentlich traumhaft. Doch für die Polizisten eines Provinznestes wird dieser Zustand existenzbedrohend. Mit allen Mitteln versuchen die Beamten deshalb, ihr verschlafenes Örtchen aufzumischen, zu sehen in „Faking Bullshit“.

Sina Tkotsch spielt die Polizistin Tina, die die Schließung der Dienststelle vorbereiten soll. Foto: -/Telepool/dpa

Die „heute-show“ ist bekannt dafür, satirisch, bissig und unterhaltsam das aktuelle Zeitgeschehen zu kommentieren. Einer der Darsteller ist Alexander Schubert, der dort seit 2010 als Albrecht Humboldt auftritt.

Nun gibt der Schauspieler sein Debüt als Kinoregisseur mit „Faking Bullshit“, einem Remake des schwedischen Erfolgsfilms „Kops“. Die Polizisten Deniz (Erkan Acar), Rocky (Adrian Topol), Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe) haben ein Problem: In ihrem Nest gibt es keine Kriminalität. Daher versuchen die Ermittler mit allen Mitteln, die Schließung ihrer Provinz-Dienststelle zu verhindern. Sie schrecken vor nichts zurück und stiften sogar den Obdachlosen Klaus (Bjarne Mädel) zu Straftaten an.

Eine Konstellation, die auf einen vergnüglichen Kinoabend hoffen lässt. Doch leider kann der Film diese Erwartungen nicht erfüllen. Im Gegenteil. Das Werk zieht sich ziemlich in die Länge - ganze 103 Minuten lang. Und das, obwohl schnell klar ist, wie die Geschichte laufen wird. Ausgerechnet die Frau, die Deniz abends in der Bar angräbt, entpuppt sich am nächsten Morgen als Polizeikollegin aus Düsseldorf.

Tina (Sina Tkotsch) soll die Schließung der Dienststelle vorbereiten, weil die Beamten dort völlig unterbeschäftigt sind. Deniz und seine Kollegen beschließen, ihr beschauliches Provinznest aufzumischen und dafür zu sorgen, dass die Kriminalitätsrate gewaltig ansteigt. Statt Straftaten zu verhindern, werden sie selbst zu Gesetzesbrechern.

Das Original „Kops“ punktet mit Skurrilität, erfrischend verrückten Ideen, Situationskomik und herrlich trockenem Humor. „Faking Bullshit“ dagegen wirkt mühsam und schwerfällig. Viele Dialoge sind belanglos, die Ideen bemüht und der Humor meist flach. Auch die Figuren bleiben blass und kommen über Stereotype nicht hinaus.

Eingebunden ist auch eine Debatte um die Gleichstellung der Geschlechter. „Ich fühl mich nicht diskriminiert als Frau“, stellt Netti fest, als sie gerade mit ihrem Mann Hagen im Einsatz ist. „Ich bring euch gern Kaffee, wasch auch gerne Wäsche für die Jungs. Und ich finds auch nicht schlimm, wenn du Schnuppelmaus zu mir sagst, ich finds sogar schön. Du meinst das doch nicht erniedrigend, oder?“ Sätze, die wenig zur Diskussion beitragen und stattdessen sämtliche Rollenklischees munter zementieren.

Dass Frauen in dem Film als Objekte für Sexfantasien herhalten müssen und die Handlung im Wesentlichen von Männern vorangetrieben wird, die obendrein dreckige Witze reißen, tut ein Übriges. Alles Ironie? Kann sein, wirklich zu erkennen ist das jedoch nicht und so reiht sich „Faking Bullshit“ in die Reihe deutscher Komödien ein, deren schenkelklopfenden Humor man eigentlich längst in der Klamottenkiste vermutete.

- Faking Bullshit, Deutschland 2020, 103 Min., FSK ab 12, von Alexander Schubert, mit Erkan Acar, Adrian Topol und Sanne Schnapp.

© dpa-infocom, dpa:200903-99-413063/3

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