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Boulevard

Familie von Oscar Pistorius will gegen Verfilmung klagen

Film

Dienstag, 3. Oktober 2017 - 14:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Johannesburg. Das Drama um Oscar Pistorius diente als Vorlage für einen Film, der im November im amerikanischen Kabelfernsehen gezeigt werden soll. Die Familie von Pistorius will jetzt dagegen rechtliche Schritte unternehmen.

Oscar Pistorius wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Foto: Kim Ludbrook

Die Familie des wegen Totschlags verurteilten früheren südafrikanischen Sprintstars Oscar Pistorius (30) will rechtlich gegen eine Verfilmung des Kriminaldramas vorgehen.

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Der US-Film sei nicht wahrheitsgemäß und stelle eine „grobe Verzerrung“ der Befunde des Gerichts dar, denn Oscar sei kein „Killer“ gewesen, erklärte der Bruder des Athleten, Carl Pistorius am Dienstag in einer Stellungnahme gegenüber südafrikanischen Medien. In dem Film „Oscar Pistorius: Blade Runner Killer“, dessen Trailer am Montag veröffentlicht wurde, spielt das deutsche Model Toni Garrn (25) Pistorius' Freundin Reeva Steenkamp.

Der unterhalb der Knie amputierte Pistorius hatte seine Freundin, ein aufstrebendes Model, am Valentinstag 2013 in seinem Haus mit vier Schüssen durch eine Toilettentür getötet. Er beteuerte, einen Einbrecher hinter der Tür vermutet zu haben. Nach langer juristischer Auseinandersetzung wurde er zuletzt wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft veruteilt. Das Verbrechen hatte weltweit für Aufsehen gesorgt.

Steenkamps Familie hat den Film „Oscar Pistorius: Blade Runner Killer“ ebenfalls zurückgewiesen und betont, dass die Familie in keiner Weise konsultiert worden sei. Der Film soll am 11. November erstmals im US-Kabelsender Lifetime gezeigt werden. Oscar Pistorius wird darin vom Schauspieler Andreas Damm gespielt.

Trotz seiner Behinderung gelang Pistorius, heute 30 Jahre alt, eine beeindruckenden Sportkarriere: Bei Paralympischen Spielen gewann der Sprinter auf eigens angefertigten Karbon-Prothesen insgesamt sechs Goldmedaillen. Doch sein Ziel waren die Olympischen Spiele. In London startete er 2012 als erster beinamputierter Sportler der Olympia-Geschichte. Er galt in Südafrika damals als Nationalheld.


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