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„Freaky“: Mordlustige Teenies und kreischende Männer

Film

Montag, 21. Juni 2021 - 12:45 Uhr

von Von Jonas Klüter, dpa

dpa Berlin. Teenager sein ist nicht leicht. Strenge Lehrer oder komische Eltern sind aber nicht die Probleme von Millie Kessler in „Freaky“. Ein blutrünstiger Killer macht Jagd auf sie.

Millie Kessler (Kathryn Newton) wird von einem Serienkiller (Vince Vaughn) terrorisiert. Foto: Brian Douglas/Universal Pictures/dpa

„Gib mir meinen Körper zurück!“, diesen Satz schleudert ein sichtlich verzweifelter Vince Vaughn der jungen Kathryn Newton zu.

Eine skurrile Szene - und doch beschreibt sie den Film „Freaky“ hervorragend: Tausche ungewollt den Körper mit einem Serienkiller und versuche ihn aufzuhalten, bevor er weiter in deinem Namen mordet.

Das bunte Wechselspiel hat Regisseur Christopher Landon keinesfalls erfunden - die Filme „Freaky Friday“ (1976) und sein Remake aus dem Jahr 2003 sind wohl die bekanntesten Vorgänger. Aber genau hier liegt die Spezialität von Regisseur Landon. Er garniert einen Klassiker mit einer gewaltigen Prise Splatter, Horror und Humor. In einem seiner bekanntesten Werke erlebt Tree Gelbman in „Happy Deathday“ den Tag ihrer Ermordung immer und immer wieder.

Vince Vaughn ist der „Blissfield Butcher“

Zurück zum Film „Freaky“: Protagonistin Millie Kessler (Newton) ist absoluter Durchschnitt. Sie ist keine Cheerleaderin, sondern steckt in ihrer Freizeit im Kostüm des Schul-Maskottchens. Eigentlich will sie mit ihren beiden besten Freunden Nyla und Josh nur den Abschluss machen. Aber ein Serienkiller (Vaughn; „Die Hochzeits-Crasher“) terrorisiert die Teenager - es ist der „Blissfield Butcher“.

Typische Horror-Klischees gelten in „Freaky“ wenig. Als Millies Clique verfolgt wird, ruft Josh Freundin Nyla zu: „Du bist schwarz, ich bin schwul, wir werden die ersten sein, die getötet werden“. Im Vergleich zu vielen anderen Filmen des Genres überleben in Landons Film aber nicht nur heldenhafte Nerds und naive Cheerleader.

Blutrünstig ist das Werk trotzdem. Verträgt man die expliziten Gewaltdarstellungen, überzeugen vor allem die Nebendarsteller. Im Gegensatz dazu ist bei den beiden Hauptrollen allerdings noch Luft nach oben. Als grausamer Killer überzeugt Vince Vaughn zu Beginn des Films nur bedingt. Die Rolle des uncoolen Mauerblümchens kauft man Catherin Newton („Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“) gar nicht ab.

Inmitten der Gewalt und des ganzen Hin und Hers stimmt Regisseur Landon auch emotionale Töne an. Das Alkoholproblem von Millies Mutter führt nicht nur zu reichlich Drama - sondern auch zur ersten Begegnung von Millie und dem „Butcher“. Wirklich in Fahrt kommt der Film aber erst nach dem Körpertausch.

Freaky, USA 2020, 100 Min., FSK ab 16, von Christopher Landon, mit Vince Vaughn, Kathryn Newton, Katie Finneran

© dpa-infocom, dpa:210617-99-28932/3

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