Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
Boulevard

Fresu/Bonaventura: Himmlische Jazz-Klassik-Fusion

Musik

Donnerstag, 11. Juli 2019 - 12:23 Uhr

von Von Werner Herpell, dpa

dpa Berlin. Cortona, eine mittelalterliche Kleinstadt am Rande der Toskana, war der Ursprung eines Lobgesangs zur Marienverehrung. Ein ungewöhnliches Thema für ein Jazz-Klassik-Fusionsprojekt - der italienische Trompeter Paolo Fresu hat es jetzt eindrucksvoll verwirklicht

Paolo Fresu und Daniele di Bonaventura verbinden Jazz und Klassik. Foto: Pino Ninfa/tuk music

Jazz plus Klassik plus mittelalterlicher Chorgesang - das hört sich recht gewagt an. Es ist tatsächlich eine ungewöhnliche Mixtur, die der Trompeter Paolo Fresu und der Akkordeonist Daniele di Bonaventura mit Kammerorchester und Vokalensemble auf „Altissima Luce - Laudario di Cortona“ präsentieren.

Umso erstaunlicher, wie wunderbar dieses Album funktioniert. Alte klassische Musik, Chorelemente und mediterraner, folkloristisch angehauchter Jazz finden unter der Regie des formidablen Komponisten Fresu (Mare Nostrum) zu einer geradezu himmlischen Einheit.

„Altissima Luce“ wurde erstmals bei Umbria Jazz, beim Sagra Musicale Umbra 2016 und dann bei den wichtigsten italienischen Festivals und in verschiedenen Städten - oft an sakralen Orten - live präsentiert. Der an Miles Davis' Trompeten-Ton orientierte Sarde Fresu und Bonaventura wählten dafür 13 der 47 auf das 13. Jahrhundert zurückgehenden Lobgesänge von Cortona (Toskana) und einen aus dem „Laudario Magliabechiano“ von Florenz aus. Sie wurden transkribiert und instrumentiert.

Zusammen mit Marco Bardoscia (Kontrabass), Michele Rabbia (Schlagzeug), dem Orchestra da Camera di Perugia und der Vokalgruppe Armoniosoincanto entstand diese nun Ende Juni erschienene Aufnahme - eine der schönsten Jazz-Klassik-Fusionen seit langem. Jazzquartett-Improvisation wird mal heiter, mal ätherisch mit orchestraler Klassik und Chorstimmen verknüpft - als Brücke zwischen Mittelalter und Gegenwart.

Die CD wurde von Tǔk Voice, einer Untersektion von Fresus Label Tǔk Music, in einer großformatigen Ausgabe mit ausführlichem, stilvollem Booklet veröffentlicht. Es enthält eine fotografische Reproduktion des Laudarios, alle Texte und die Notizen des Autors, die auch in Englisch und Latein übersetzt sind.

Ihr Kommentar zum Thema

Fresu/Bonaventura: Himmlische Jazz-Klassik-Fusion

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha