„Goldener Spatz“: Festivalfilme auch online zu sehen

dpa Gera. Mit dem Film „Madison“ beginnt am Sonntag das Kindermedienfestival „Goldener Spatz“. Wegen der Corona-Pandemie haben die Festivalmacher kräftig umgeplant. So sind die Filme auch fernab des Kinosaals im heimischen Wohnzimmer zu sehen.

„Goldener Spatz“: Festivalfilme auch online zu sehen

Festivalleiterin Nicola Jones musste in diesem Jahr gehörig umplanen. Foto: Michael Reichel/ZB/dpa

Eine Woche lang Filme am laufenden Band: Nach der coronabedingten Absage im Mai startet das Kindermedienfestival „Goldener Spatz“ nun am Sonntag (20. September) in Gera in seine 28. Auflage.

Zur Eröffnung wird der deutsch-österreichische Film „Madison“ über eine ehrgeizige zwölfjährige Radrennfahrerin gezeigt. Insgesamt stehen rund 50 Film- und Fernsehproduktionen auf dem Programm. Die Streifen sind nicht nur im Kinosaal selbst, sondern auch online zu sehen - unabhängig von den Vorführungszeiten beim Festival selbst, wie die Deutsche Kindermedienstiftung informierte.

Der „Goldene Spatz“ ist nach eigenen Angaben das größte Festival für deutschsprachige Kindermedien. Es lockt in Gera und Erfurt gewöhnlich Tausende Kinder, Familien und Fachbesucher an. Im Wettbewerb konkurrieren 36 Beiträge in fünf Kategorien um eine der Trophäen. Auch gibt es einen Wettbewerb zu digitalen Angeboten für Kinder. Wer letztlich die Preisträger sind, darüber entscheiden 30 ausgewählte Kinderjuroren.

Wegen der Corona-Pandemie mussten die Festivalmacher dieses Jahr kräftig umplanen. Ursprünglich sollte der „Goldene Spatz“ schon im Mai abheben, musste dann aber verschoben werden. Anders als sonst sind die Filme nur in Gera zu sehen und die Plätze im Kinosaal sind wegen Hygiene- und Abstandsregeln begrenzt.

Dafür können die Beiträge gegen eine Gebühr gestreamt werden. Erfurt ist lediglich Schauplatz der Preisverleihung am Freitag (25. September); am Samstag werden dort zudem noch einmal die Preisträgerfilme im Kino gezeigt.

Trotz der Einschränkungen bietet das Festival Premieren-Atmosphäre. Am Montag wird in Gera der Film „Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee“ gezeigt, der erst im Frühjahr 2021 in die Kinos kommen soll. Zur Premiere haben sich die Hauptdarsteller sowie Regisseur Christian Theede angekündigt.

Dabei ist das Festival selbst dem Kindesalter längst entwachsen und blickt auf eine mehr als 40-jährige Geschichte zurück. Begonnen hat sie 1979 mit dem „Nationalen Festival für Kinderfilme der DDR“ in Gera; nach der Wiedervereinigung hat sich das Festival zu einer gesamtdeutschen Institution gemausert und schließlich auch für Online-Medien geöffnet.

Herzstück ist traditionell die Kinderjury, deren Votum über die Preisträger entscheidet. Die Aufgabe ist begehrt: Allein dieses Jahr haben sich rund 660 Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren beworben.

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