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Boulevard

„Good Boys“: Sechstklässler schnuppern Erwachsenenluft

Film

Montag, 19. August 2019 - 11:22 Uhr

von Von Matthias von Viereck, dpa

dpa Berlin. Drohnen, Drogen und Dildos sowie allerhand anderes Erwachsenenzeug: Für die zwölfjährigen Schüler Max, Lucas und Thor hält diese überdrehte US-Komödie manche Herausforderung parat.

Lucas (Keith L. Williams, l-r), Max (Jacob Tremblay) und Thor (Brady Noon) erleben eine Entdeckungstour durch die Erwachsenenwelt. Foto: Universal Pictures

Tatsächlich handelt es sich bei den titelgebenden „Good Boys“ um ziemlich liebenswürdige und recht manierliche (B)Engel, die gefühlt noch gar nicht allzu lange dem Windelalter entwachsen sind.

Der von Comedy-Experten wie Seth Rogen („Ananas Express“) produzierte Film jedoch schickt die drei Sechstklässler auf eine so hochtourige wie herausfordernde Entdeckungstour durch die nicht immer so ganz leicht zu dechiffrierende Erwachsenenwelt. Es gilt, immens relevante Fragen zu klären: Wozu sind diese komischen Tampons da? Und, noch um einiges wichtiger: Wie küsst man richtig?

Bevor sich die drei Freunde Max (wunderbar: der aus dem packenden Entführungsthriller „Raum“ bekannte Jacob Tremblay), Thor (Brady Noon) und Lucas (Keith L. Williams) aber auf ihrer ersten Knutschparty vergnügen dürfen, gilt es, die Drohne von Max’ Papa wieder zubekommen. Mit dieser hatten die Zwölfjährigen versucht, bei benachbarten Teenie-Girls wichtige Erkenntnisse in Sachen Sex und Küssen zu ergattern.

Der Drohneneinsatz aber läuft schief, das kleine Flugobjekt geht verloren - was bedeutet, dass die Teilnahme an der Kussparty in Gefahr ist. Also macht sich das Trio Infantile daran, das Fluggerät wieder zu erlangen, was sich als deutlich schwieriger herausstellt, als gedacht. Und die Schule, die schwänzen die drei auch noch und wandeln sich nun tatsächlich immer mehr von Engeln zu Bengeln.

Zwar erinnert einiges in diesem Film von Regisseur Gene Stupnitsky an bereits etablierte Kinowerke. Wenn sich die drei Jungs auf ihre BMX-Räder schwingen etwa, um lässig damit durch die Nachbarschaft zu rollen, dann muss man kurz an „E.T.“ denken. Manchmal fühlt man sich in eine, zwar nicht gänzlich jugendfreie, aber doch deutlich entschärfte Version der legendären Junggesellenabschiedskomödie „Hangover“ hineinversetzt. Andererseits gibt es Szenen, wie die folgende, die den Film deutlich im Hier und Jetzt einer von Helikopter-Eltern bevölkerten Erziehungs-Welt verorten: „Meine Mom fährt uns zum Frozen-Jogurt-Laden, wenn deine Mom uns abholt!“.

Interessant ist zudem die Entwicklung, die diese vermeintlich so unflätige, vermeintlich so Gag affine Komödie nimmt: „Good Boys“ nämlich ist ein Film, in dem der (in der Tat gewöhnungsbedürftige und nicht immer stilsichere) Klamauk rund um Analkugeln, Sexpuppen und übergroße Dildos sukzessive zur Nebensache wird - die innige Freundschaft aber, die Thor, Max und Lucas miteinander verbindet, gerät immer mehr zur Hauptsache.

- Good Boys, USA 2019, 90 Min., FSK ab 12, von Gene Stupnitsky, mit Jacob Tremblay, Keith L. Williams, Brady Noon

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