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Grammatik unwichtig: „Keep 'Em On They Toes“ von Brent Cobb

Musik

Dienstag, 6. Oktober 2020 - 06:12 Uhr

von Von Günther Chalupa, dpa

dpa Nashville. Sein Musikstil schwankt zwischen Americana und Country. Aber Brent Cobb möchte eigentlich nur mit jemandem durch die Musik reden.

Einfachheit in der Moderne: Brent Cobb. Foto: John Shearer/dpa

Brent Cobbs musikalische Karriere begann dem Vernehmen nach auf einem Begräbnis. Dort traf der damals 16-Jährige unter den Trauergästen einen Cousin, der als Produzent in Los Angeles arbeitete, und übergab diesem eine Demo-CD. Die Einladung nach Kalifornien zur Aufnahme des Debüt-Albums „No Place Left to Leave“ (2006) folgte auf dem Fuß.

Später zog Cobb nach Nashville, wo es ihm nach einer längeren Durststrecke erst spät gelang, eine Karriere als Country-Sänger und Songwriter aufzubauen. Er schrieb einen Strauß von Songs für die Großen der Country-Szene, wie etwa „Tailgate Blues“ für Luke Bryan oder „Old Shit“ für Miranda Lambert und Kenny Chesneys „Don't It“. Mit eigenen Alben ging er eher bescheiden um, doch brachte ihm „Shine On Rainy Day“ 2018 eine Grammy-Nominierung als bestes Americana-Album.

Jetzt legt der 34-Jährige, der inzwischen wieder in seine Heimat in Georgia gezogen ist, mit „Keep 'Em on They Toes“ erst sein viertes Studioalbum vor. „Meine letzten beiden Alben handelten von Menschen und Orten, und ich wollte, dass dieses Album von Gedanken und Gefühlen handelt“, erklärt er seine Arbeit. Dass die Grammatik mit „they toes“ (statt „their toes“) in dem Titel nicht so ganz stimmt, stört ihn nicht weiter. „So reden die Leute auf dem Land eben.“

Cobb fängt nach eigener Darstellung in seinen Songs die Denkweise eines Mannes ein, der neben dem Leben in einer modernen Welt eine einfachere Zeit schätzt. „Für mich fühlt es sich beim Hören dieses Albums an, als säße ich mit jemandem zusammen und führe ein Gespräch“, sagt er. „Ich hoffe, dass es sich anfühlt, als säße man mit einem alten Freund zusammen, den man schon lange nicht mehr gesehen hat.“

Es gebe nichts Schöneres, als allein zu sein und ein Album zu hören, das ruhig und gesprächig sei - wie diese alten Platten von Jerry Lee Lewis, Roger Miller oder Willie Nelson. „Ich hoffe, meine Musik ist jetzt für jemanden so“.

© dpa-infocom, dpa:200924-99-687124/3

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