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Boulevard

Großer Jubel bei Jelinek-Uraufführung zur Ibiza-Affäre

Parteien

Donnerstag, 6. Februar 2020 - 23:29 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Wien. Viele Wortspiele, ein üppiges Bühnenbild: Das Stück „Schwarzwasser“ ist inhaltlich eine Abrechnung mit dem Rechtspopulismus - und auch mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz.

Aufhänger für das Stück „Schwarzwasser“ ist das Ibiza-Video, das für ein politisches Beben in Österreich gesorgt hatte. Foto: Matthias Horn/BURGTHEATER/APA/dpa

Elfriede Jelinek hat mit „Schwarzwasser“ die Ibiza-Affäre auf die Theaterbühne gebracht. Die Uraufführung wurde vom Wiener Publikum mit Jubel und Applaus bedacht.

„Man kann das ja nicht übertreffen, nicht einmal parodieren oder lächerlich machen“, schrieb Jelinek ins Programmheft zur Aufführung. Letztlich gelingt ihr das aber doch an vielen Stellen. Die Literatur-Nobelpreisträgerin arbeitet sich in dem Stück an den Gegensätzen der Rechtspopulisten ab, die sich bei ihr im Machtrausch verlieren, das halbe Land verscherbeln wollen und gleichzeitig als jammernde Opfer ihre vermeintliche Unschuld beteuern.

Aufhänger des Stücks ist das Ibiza-Video, das im Mai für ein politisches Beben in Österreich gesorgt hatte. Auf den Aufnahmen wirkt Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache anfällig für Korruption. Als das heimlich gefilmte Video veröffentlicht wurde, zerbrach die ÖVP-FPÖ-Regierung und Straches Karriere erhielt einen mächtigen Dämpfer. Der 50-Jährige arbeitet gerade an einem Comeback; seit der Veröffentlichung des Videos inszeniert er sich als Opfer einer kriminellen Intrige gegen ihn.

Dass die Geschichte auf der Theaterbühne landen würde, war nur eine Frage der Zeit. Der Satiriker Jan Böhmermann und der Regisseur David Schalko arbeiten zudem an einer filmischen Aufarbeitung. Jelineks von Monologen geprägtes Stück überzeugt vor allem durch die von ihr bekannten Sprachkonstrukte, ist aber letztlich auch ein wilder Rundumschlag gegen die Ausbreitung rechter Positionen sowie die Inszenierung und Vergötterung von Politikern. Vor allem die beiden deutschen Schauspieler Martin Wuttke (57, „Tatort“ Leipzig) und Caroline Peters (48, „Mord mit Aussicht“) wussten bei der Uraufführung im Wiener Akademietheater, einer Spielstätte des Burgtheaters, zu überzeugen.

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