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Boulevard

Hausarrest für Serebrennikow verlängert

Theater

Mittwoch, 18. Oktober 2017 - 10:36 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Moskau. Eigentlich sollte der Starregisseur Serebrennikow bald wieder in Freiheit sein. Doch ein Moskauer Gericht machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Sein Hausarrest wurde wieder verlängert. Nun werden zwei Produktionen ohne Serebrennikow auf die Bühne kommen.

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow im August in einem Gericht in Moskau. Foto: Alexander Zemlianichenko

Gleich zwei Premieren werden ohne den russischen Starregisseur Kirill Serebrennikow stattfinden. Ein Moskauer Gericht hat den Hausarrest gegen den unter Betrugsverdacht stehenden Regisseur um drei Monate verlängert. Die Maßnahme gelte weiter bis 19. Januar, hieß es am späten Dienstagabend nach Angaben der Agentur Tass.

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Serebrennikow steht seit August unter Hausarrest. Er wird nicht an der Premiere der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ an der Stuttgarter Staatsoper am kommenden Sonntag (22. Oktober) teilnehmen. Opernintendant Jossi Wieler und das Produktionsteam informieren an diesem Mittwoch (18. Oktober) über den Stand der Produktion. Dabei zeigen sie zum ersten Mal den Rohschnitt eines Dokumentarfilms über die ungewöhnliche Produktion. Serebrennikow konnte die Inszenierung selbst nicht fertigstellen.

Der 48-Jährige zählt zu den bekanntesten russischen Regisseuren. Er ist auch international sehr angesehen. Dem Leiter des Moskauer Gogol-Theaters wird in Russland die Veruntreuung staatlicher Förderungen in Höhe von 68 Millionen Rubel (knapp eine Million Euro) vorgeworfen. Serebrennikow bestreitet dies. Drei seiner früheren Mitarbeiter wurden deswegen im Mai verhaftet. Er selbst wurde im August bei Dreharbeiten in St. Petersburg festgenommen.

Serebrennikow darf bis auf zwei Stunden am Tag seine Moskauer Wohnung nicht verlassen. Ungenehmigter Besuch und Telefonate sind untersagt. Auch die Premiere der umstrittenen Ballettaufführung „Nurejew“ über den russischen Tänzer Rudolf Nurejew wird ohne den Starregisseur stattfinden. Sie wird am 9. und 10. Dezember im Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt.

Serebrennikows Verteidigung wollte mindestens eine Freilassung für die nächsten Tage erreichen, damit der Starregisseur einen Film und die „Nurejew“-Inszenierung vollenden könne, hieß es. Auch dies genehmigte das Gericht nicht.

Zahlreiche russische und internationale Künstler hatten sich mit Serebrennikow solidarisiert und seine Freilassung gefordert.


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