Boulevard

Karnevalisten wollen auch Hanau „närrisch kommentieren“

Brauchtum

Montag, 24. Februar 2020 - 04:29 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln/Düsseldorf/Mainz. US-Präsident Trump als Nero und als Horrorclown, Fridays-for-Future-Aktivisten an den Spitzen des Kölner Doms - die Rosenmontagszüge rollen wieder. Auch der erst wenige Tage zurückliegende Anschlag von Hanau wird aufgegriffen.

Von einem Karnevalswagen werden Kamelle geworfen. Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa/Archiv

Mit den Rosenmontagszügen erreicht der Straßenkarneval heute seinen Höhepunkt. Dabei werden die satirischen Wagen 2020 vielleicht noch politischer als sonst.

Auch der erst wenige Tage zurückliegende mutmaßlich rechtsextremistische Anschlag von Hanau soll im Kölner und im Düsseldorfer Zug aufgegriffen werden. „Wir werden das Thema, so schrecklich und traurig es ist, närrisch kommentieren“, sagte der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly der Deutschen Presse-Agentur. „Unsere politischen Werte werden in ihrem Kern angegriffen, das kann der Düsseldorfer Karneval nicht verschweigen. Wir haben es uns immer schon zur Aufgabe gemacht, alles, was in der Luft liegt, was die Menschen bewegt, auch aufzugreifen. Wir bedienen ja nicht nur die schönen Seiten, wir machen nicht nur Schunkelei, sondern wir fangen ein, was die Menschen gerade fühlen, wie die Kollektiv-Psyche aufgestellt ist.“

Weitere Themen sind zum Beispiel der Machtkampf in der CDU und der Klimawandel. Auf einem Kölner Wagen hängen Fridays-for-Future-Aktivisten an den Spitzen des Doms - der Rest ist im Wasser versunken. Auch US-Präsident Donald Trump ist wieder mit von der Partie: in Köln als Horrorclown, in Mainz als römischer Kaiser Nero.

Wettermäßig wurden zunächst keine Probleme erwartet. Am Sonntag hatten Sturmböen zur Absage vieler Karnevalsumzüge geführt, unter anderem der Schull- un Veedelszöch in Köln. In Düsseldorf wurde das beliebte Kö-Treiben abgesagt. Die großen Rosenmontagszüge in Köln, Düsseldorf und Mainz galten aber als nicht bedroht - der Wind sollte abflauen. Allerdings könnte es nass werden.

„Die Jecken sollten sich vielleicht ein wasserdichtes Kostüm anziehen oder sich mit einer Mütze schützen“, sagte Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).


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