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Kate Bushs andere Seiten auf vier CD-Silberlingen

Musik

Montag, 1. April 2019 - 12:48 Uhr

von Von Werner Herpell, dpa

dpa Berlin. Neue Musik von Kate Bush und auch Live-Auftritte liegen schon ein paar Jahre zurück. Die Wartezeit auf ein „Alterswerk“ der genialen Musikerin verkürzt jetzt eine 4-CD-Kompilation.

„The Other Sides“: Rares von Kate Bush. Foto: WMG

60 Jahre ist Kate Bush voriges Jahr geworden. Es gibt praktisch keine aktuellen privaten Bilder als ältere Frau von der britischen Sängerin, Songwriterin, Pianistin und Produzentin.

Das Bild der ewig jungen Künstlerin - einer der wichtigsten, eigenständigsten Popmusikerinnen aller Zeiten - konserviert nun auch ein großes Wiederveröffentlichungs-Programm. Nach den Remaster-Versionen des Albumkatalogs auf Vinyl (18 Scheiben in vier separaten Boxsets) und auf CD im November 2018 ist im März die 4-CD-Kompilation „The Other Sides“ (Warner) erschienen.

Und die Begeisterung der - trotz Bushs langer Schweigenszeit - immer noch zahllosen Fans scheint groß zu sein. „Was für eine fantastische Reaktion auf die Ankündigung von 'The Other Sides'. Wir sind sehr begeistert“, mit diesen Worten dankt die Musikerin auf ihrer Webseite.

Das kompakte CD-Album mit vier Silberlingen - und leider nur den notwendigsten Hintergrund-Infos zu den 34 Tracks - waren im November ursprünglich als Teil der „CD-Box 2“ veröffentlicht worden. Sie erscheinen jetzt also separat für Leute, die etwas weniger Geld ausgeben wollen. Kleiner Makel: Die rund 130 Minuten Musik hätte man materialschonend auch auf zwei CDs unterbringen können...

Interessant - und das nicht nur für Kate-Bush-Fans - ist „The Other Sides“ aber allemal. Hier geht es um Single-B-Seiten, 12-Inch-Mixes (ein typisches Format der 80er, alle Langversionen stammen vom bahnbrechenden Megaseller-Album „Hounds Of Love“ von 1985), rare Tracks (einer bisher unveröffentlicht) und Coverversionen.

Letztere, auf CD Nummer vier („In Other Words“), sind besonders reizvoll. Zwei Klassiker von Elton John - „Rocket Man“ im Reggae-Stil und „Candle In The Wind“ - rahmen die neun Interpretationen. Bush war ja eigentlich kreativ genug, um auf Fremdmaterial nicht zurückgreifen zu müssen - für Marvin Gayes „Sexual Healing“ (2005), George & Ira Gershwins „The Man I Love“ (1994) oder das berühmte Soundtrack-Stück „Brazil“ (1985/1993) machte sie aber gelegentlich eine Ausnahme.

„Aerial“ (2005) und „50 Words For Snow“ (2011) waren die bisher letzten Studioalben von Kate Bush - sie hat sich rar gemacht. Ihre London-Shows vor knapp fünf Jahren („Before The Dawn“) waren eine Sensation: Am 21. März 2014 kündigte sie ihre erste Konzertreihe seit 1979 an, innerhalb von 15 Minuten waren die 22 hochambitionierten, hochtheatralischen, multimedialen Auftritte ausverkauft.

Zwei Jahre später wurden die Mitschnitte zum Glück auf Vinyl und CD veröffentlicht - das war's seitdem. Nun warten die Fans auf ein großes „Alterswerk“ dieser überragenden Künstlerin, wie auch immer es aussehen mag. Überraschungen sind bei Kate Bush weiterhin zu erwarten.


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