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Boulevard

Liebeserklärung an Hailey: Neues Album von Justin Bieber

Musik

Freitag, 14. Februar 2020 - 08:31 Uhr

von Von Philip Dethlefs, dpa

dpa London. Das Eheleben bekommt Justin Bieber gut. In London präsentiert der kanadische Popstar gut gelaunt sein erstes Studioalbum seit fünf Jahren. Die meisten der 16 neuen Songs auf „Changes“ sind eine Liebeserklärung an seine Ehefrau Hailey.

Justin Bieber auf dem Weg zum Londoner Club Tape. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Im schwarzen Schlabberpulli seines eigenen Modelabels betritt Justin Bieber die DJ-Bühne im schicken Londoner Club Tape. „Was geht ab, London?“ Biebers Haare sind blond gefärbt, er trägt einen dunklen Hipster-Schnurrbart, und er strahlt.

Der kanadische Popstar ist extra eingeflogen, um sein neues Album „Changes“ vorzustellen. „Ich habe lange hart an diesem Album gearbeitet“, betont der 25-Jährige stolz, „und in meinem Leben hat sich so viel geändert.“

Seit Biebers letztem Studioalbum „Purpose“ sind fünf Jahre vergangen. Die wohl wichtigste Veränderung in dieser Zeit war die Hochzeit mit dem US-Model Hailey Baldwin, jetzt Hailey Bieber. „Bei dem Gedanken, dass ich für immer mit ihr zusammen sein werde, kriege ich eine Gänsehaut“, schwärmt der Sänger in London. Kein Wunder, dass sich die meisten seiner 16 neuen Songs um die Liebe drehen. „Dieses Album ist ihr total gewidmet“, sagt Bieber. „Ich hoffe, das kommt rüber.“

Tatsächlich ist es kaum zu überhören. „Changes“ ist eine einzige Liebeserklärung. Schon im Opener „All Around Me“ singt Bieber - ganz ohne instrumentale Begleitung - „Anything is possible with you“ (Mit dir ist alles möglich). Es folgt eine Aneinanderreihung von soften, perfekt produzierten R&B-Nummern, wie man sie von ihm gewohnt ist, darunter „Habitual“, das Fans aus seiner Youtube-Serie „Seasons“ kennen, sowie die Singles „Yummy“ und „Intentions“.

„Der hier ist ziemlich cool“, sagt Bieber, bevor sein langjähriger Weggefährte DJ Tay James den Song „Forever“ abspielt. „Die sind alle ziemlich cool, aber das ist mein Lieblingssong“, berichtet der Sänger und fügt stolz hinzu: „Mit Post Malone.“ Der im Gesicht tätowierte, vielseitige US-Rapper gehört derzeit zu den angesagtesten Stars der Musikszene. Als Malone in der zweiten Strophe zu singen beginnt, grinst Bieber zufrieden und gestikuliert zum Beat.

Herausragender Song des Albums ist jedoch „ETA“. Der Songtitel ist die englische Abkürzung für die geschätzte Ankunftszeit (estimated time of arrival). Statt fetter Beats und synthetischer Sounds setzt Bieber auf lässige Gitarrenklänge und subtilen Bass - ähnlich wie in seinem Hit „Love Yourself“. Auch „ETA“ ist natürlich Hailey gewidmet. Es geht ums Vermissen und darum, die Ankunft des Partners nicht erwarten zu können. Auch im Titelsong erklingt die Akustik-Gitarre.

Während der Album-Präsentation wird die Sehnsucht zu groß. Er hantiert mit seinem Smartphone. „Ich versuche gerade, meine Frau per Facetime zu erreichen“, erklärt der Kanadier zwischen den Songs. „Aber sie ist im Bett und antwortet nicht. Sie wäre wohl auch nicht sehr amüsiert, wenn ich sie so überrasche. Aber sie fehlt mir.“

In der Ballade „Confirmation“ geht es ausnahmsweise nicht um Biebers Liebe zu seiner Angetrauten, sondern um seinen Glauben an Gott, in den er nach eigener Aussage vollstes Vertrauen hat. Der Schlusstrack des Albums, „At Least For Now“, klingt nicht nur zufällig ein wenig nach Tracy Chapmans „Fast Car“. Es ist einer der erklärten Lieblingssongs des Sängers. „Ihr Stil hat mich total inspiriert.“

Vor dem Rückflug in seine Wahlheimat Los Angeles gibt Bieber am Abend noch einen knapp einstündigen Auftritt im Konzertclub Indigo. Bevor er ein paar Songs live singt, dürfen ihm die überwiegend weiblichen Fans Fragen stellen. „Wie würdest du dein Album in drei Worten beschreiben?“, fragt eine junge Frau, nachdem sie Bieber ihre Liebe gestanden hat. „Wirklich verdammt großartig!“, antwortet er selbstbewusst. Er sei „zu seinen Wurzeln zurückgekehrt“.

Es ist eigentlich egal, was Justin Bieber an diesem Abend sagt. Der frenetische Jubel der „Belieber“, wie seine Fans genannt werden, ist jedes Mal ohrenbetäubend. Bei einigen kullern die Tränen. Für die meisten stand schon lange vor der Veröffentlichung von „Changes“ fest, dass sich die fünfjährige Wartezeit gelohnt hat. Zum Abschied hat Bieber für sie noch eine gute Nachricht: „Nächstes Mal werde ich nicht so lange brauchen, um ein Album zu machen. Versprochen!“

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