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Boulevard

Margaret Atwood: Situation „erinnert an die 1930er Jahre“

Literatur

Samstag, 14. Oktober 2017 - 12:59 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Die Autorin Margaret Atwood ist die neue Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels. In einem ihrer früheren Werke thematisiert sie die Abgründe einer totalitären Gesellschaft. Ähnliche Tendenzen sieht sie auch in der Gegenwart - und hat dafür eine Erklärung.

Die kanadische Autorin Margaret Atwood erklärt die gegenwärtigen totalitären Tendenzen mit globalen Umbrüchen und dem schnellen Wandel. Foto: Arne Dedert

Die neue Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, Margaret Atwood, sieht in der aktuellen politischen Lage Parallelen zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. „Das erinnert an die 1930er Jahre“, sagte die kanadische Schriftstellerin auf der Frankfurter Buchmesse.

Wie damals gebe es starke totalitäre Tendenzen - mit dem Unterschied, dass sie diesmal in den USA zu beobachten seien. Die 77-Jährige, die zu den weltweit bedeutendsten Erzählerinnen zählt, wird die renommierte Auszeichnung am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche zum Abschluss der weltweit größten Bücherschau entgegennehmen. Atwood, eine scharfe Kritikerin von US-Präsident Donald Trump, hat sich in ihren Werken auch einen Namen als Vorkämpferin für Frauenrechte und Umweltschutz gemacht.

Die Bücher der derzeit erfolgreichsten kanadischen Autorin wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Atwood wurde 1985 mit dem utopischen Roman „Der Report der Magd“ berühmt. Darin beschreibt sie in der Tradition George Orwells eine totalitäre Gesellschaft, in der Frauen als Gebärmaschinen benutzt und unterdrückt werden.

Die autoritären Tendenzen weltweit erklärt sich Atwood mit den globalen Umbrüchen und dem schnellen Wandel. „Wir leben in einer Zeit des Aufruhrs.“ In solchen Momenten seien oft auch die Frauen wieder Opfer. Sie lehnte es jedoch ab, dafür eine Religion wie etwa den Islam speziell zu kritisieren. Alle Religionen hätten Frauen immer zuerst die Rolle zugewiesen, Kinder in die Welt zu setzen.


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