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Neuer Sampler aus Köln: Kompakt veröffentlicht „Total 18“

Musik

Mittwoch, 29. August 2018 - 06:11 Uhr

von Von Christian Sundqvist, dpa

dpa Berlin. Darauf ist Verlass: Die jährlich erscheinende „Total“-Reihe von Kompakt. Sampler Nummer 18 überzeugt mit einer treffenden Zusammenstellung aus bereits veröffentlichten und fast durchgehend tanzbaren exklusiven Tracks.

„Total 18“: Blasses Grün mit bunten Punkten. Foto: Kompakt

Der Sommer/Spätsommer ist Sampler-Zeit. Das Frankfurter Cocoon-Label hat mit der Compilation „R“ bereits im Juli mit zwölf exklusiven Tracks vorgelegt.

Das Kölner Techno-Label Kompakt zieht mit der von Labelchef Michael Mayer persönlich zusammengestellten Auswahl aus 25 bereits veröffentlichten und exklusiven Tracks jetzt nach.

Dabei werden auf „Total 18“ die üblich verdächtigen Formate inklusive Download, Stream, Doppel-Vinyl und Doppel-CD bedient. Spannend dabei ist und bleibt, was es von jüngeren Kompakt-Veröffentlichungen auf den Sampler geschafft hat, was exklusiv dazukommt - und ganz besonders welche Qualität diese exklusiven Tracks haben.

Die erste CD glänzt in diesem Jahr unter anderem mit dem bereits veröffentlichten (und Hall 9000 zitierenden) „Let It Fail“ von Terranova und einer typisch raumausfüllenden Speicher-Produktion von Aniie. Bemerkenswert sind ebenfalls das intensiv lodernde „Yesterday“ vom Fahrlands „Mixtape Vol. 1“ und „Can't Stop Dreaming Of You“ aus der hervorragenden „Dreemaz“-Veröffentlichung von Jono Ma & Dreems.

Auf der zweiten CD beeindrucken unter anderem der aus dem Frühjahr stammende Track „Crasher“ von dem nie enttäuschenden Rex The Dog und das clever produzierte „Forgive Me“ aus Gui Borattos „Pentagram“-Album. Die Brasilianerin Anna erfreut mit einem weiteren mächtig produzierten und zeitlosen Speicher-Track und T.Raumschmiere knarzt wie gewohnt unverwechselbar (eigenständig) auf „Augen Zu“, das sich sehr treffend die Speicher 104 mit Reinhard Voigts „Drei Millionen Kölsch“ teilt.

Die wahren Highlights der diesjährigen „Total“ sind allerdings die exklusiven Tracks, die sich zusammenhängend auf dem Vinyl und floworientiert auf den digitalen Formaten wiederfinden. Jürgen Paape überzeugt beispielsweise mit dem entspannt-freundlichen „Well, It's Paape“, einem an die frühen Trapez-Veröffentlichungen - wie wäre es mit Maik Loewens „Ein Jahr Ein Monat“ - erinnernden Track. Die Kollegen Thomas/Mayer rocken hingegen punktgenau mit dem für Kompakt-Verhältnisse unerwartet harten Breakbeat-Track „So Mad“.

Aaron Ahrends liefert mit „Eyes Closed“ einen ebenfalls exklusiven und sehr fokussierten Dancefloor-Track mit effektiv positionierten Vocals ab. Jörg Burger, dem sein wegweisendes „Explosion 1999“ Album als Modernist noch immer anzuhören ist, bewegt sich mit „Petra Kelly“ Richtung Indie/Post Rock und Christian Nielsen liefert mit „Cycle“ einen euphorischen (geht da mehr) TechHouse-Track ab.

Der aktuelle „Total“-Sampler schöpft in diesem Jahr geschmackvoll und stilvielfältig aus dem neueren Kompakt-Portfolio. Wirklich überzeugt diese Auswahl allerdings in Kombination mit den exklusiven Tracks, die gerade die Vinyl-Freunde nicht nur stilvoll zu Hause hören können, sondern die auch noch auf den Plattentellern der Clubs absolut Sinn machen.


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