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Neues Album: The Offspring bleiben sich treu

Musik

Montag, 19. April 2021 - 07:04 Uhr

von Von Philip Dethlefs, dpa

dpa Los Angeles/London. In den 1990er und 2000er Jahren liefen ihre Hits rund um die Uhr bei MTV. Mittlerweile sind The Offspring älter geworden, musikalisch melden sich die Punkrocker aber mit gewohnten Qualitäten zurück.

Nach langer Pause zurück: Pete Parada (l-r), Todd Morse, Bryan Dexter Holland und Kevin Noodles Wasserman von der Rockband The Offspring. Foto: Daveed Benito/Universal Music/dpa

Fast ein Jahrzehnt, so lange wie noch nie in ihrer Karriere, haben The Offspring für ihr zehntes Studioalbum gebraucht.

„Wir hätten keine Witze machen dürfen, dass die Platte "Chinese Democracy" heißen soll“, scherzt Gitarrist Noodles im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London - eine Anspielung auf das berüchtigte Guns N'Roses-Werk, dessen Fertigstellung 13 Jahre dauerte. „Das war am Ende ein Eigentor“, sagt der 58-Jährige im Zoom-Interview zusammen mit Frontmann Dexter Holland aus dem eigenen Studio in Los Angeles.

An Inspirationen für neue Songs mangelte es der kalifornischen Band nicht. „Es ist eine Menge los in der Welt“, sagt Holland. „Es war klar, dass wir darüber reden mussten, was die letzten Jahre in den USA passiert ist. Der Elefant steht im Raum, richtig?“ Der Albumtitel „Let The Bad Times Roll“ ist wörtlich gemeint. „Die schlechten Zeiten sind sicher noch nicht vorbei.“ Holland verweist auf Corona und gesellschaftliche Spaltung.

Nach der langen Studiopause, in der sich das Duo von Bassist und Gründungsmitglied Greg K. trennte (der damit nicht einverstanden war und vor Gericht zog), klingen The Offspring wie gewohnt. Gut so, denn Innovationen verlangt schließlich niemand von der kalifornischen Punkband, die in Deutschland in den 90ern mit den Singles „Self Esteem“ und „Pretty Fly For A White Guy“ ihre größten Erfolge hatte.

Neue melodische Rocksongs im alten Stil („This Is Not Utopia“, „Behind Your Walls“) dürften die Erwartungen der Offspring-Fans erfüllen. Mancher Song, zum Beispiel der rasante Zweieinhalb-Minüter „Hassan Chop“, hätte sogar auf dem Erfolgsalbum „Smash“ (1994) mithalten können. „Gone Away Requiem“, das verdächtig an Tears For Fears' „Mad World“ erinnert, ist dagegen eher überflüssig.

Mit 55 und 58 Jahren gehören Holland und Noodles so langsam in die Kategorie der Altrocker. Umso erfreulicher, dass ihr neues Dutzend Songs überwiegend energischer, rauer und dringlicher klingt als der gefällige Vorgänger „Days Go By“ von 2012. Nur in den Texten wird das Alter deutlich. Handelte der Kulthit „Self Esteem“ 1994 noch von einer unausgeglichenen sexuellen Beziehung, trotzt Holland nun den Rock'n'Roll-Klischees und singt: „We Never Have Sex Anymore“.

© dpa-infocom, dpa:210413-99-183189/4

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