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Boulevard

„Opus“: Eine neue Seite von Al Di Meola

Musik

Montag, 5. März 2018 - 15:11 Uhr

von Von Werner Voß, dpa

dpa Berlin. Meistergitarrist Al Di Meola legt auf seinem aktuellen Album „Opus“ den Fokus auf das Kompositorische, wobei er seine Virtuosität bei der Einspielung natürlich kaum verbergen kann.

Neue Glücksgefühle beim neuen Album: Al Di Meola. Foto: Ben Wolf

Al Di Meola ist ein famoser Meister des Saitenspiels, dessen virtuoser Stil mit dem typischen Latino-Sound in eine Melange von Jazz, Rock und Folk mündet. Auch „Opus“ ist so ein typisches Al-Di-Meola-Werk, wenn er auch mehr Wert auf den kompositorischen Aspekt gelegt hat.

Seit über 40 Jahren ist die virtuose Gitarrenmusik sein Credo, nun hat auch das persönliche Glück den Niederschlag in seiner Kunst gefunden: „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Musik geschrieben, während ich glücklich war.“ Eine wundervolle Beziehung, seine kleine Tochter und eine wunderbare Familie inspirieren ihn jeden Tag.

Neben seinen anderen erfolgreichen Projekten gehörte Al Di Meola zu dem Gitarren-Trio mit Paco de Lucia und John McLaughlin, das 1980 mit „Friday Night in San Francisco“ eines der berühmtesten Live-Alben der Musikgeschichte produziert hat. Der 63-Jährige ist immer noch ein brillanter Gitarrist mit einem einzigartigen Feeling für komplexe Strukturen und besonderen Schönklang.

Dankenswerterweise stellt Di Meola zu den einzelnen Titeln erhellende Anmerkungen bereit: Die Inspiration zum romantisch-verspielten „Milonga Noctiva“ kommt von der emotionaleren Seite des Nuevo Tango. Spielfreudig zeigt er sich auch bei „Broken Heart“, ursprünglich für Orchester gedacht, mit elektrischen Gitarren als lyrisch-sehnsüchtiger Hauptstimme.

„Ava’s Dream Sequence Lullaby“ ist ein sehr gefühlvolles Stück, zu dem ihn seine kleine Tochter anregte, als sie sich zu Musik bewegte. Ein simples Schlaflied entwickelt sich zu einer Suite-ähnlichen Komposition. „Cerreto Sannita“ ist nach dem Dorf seines Großvaters in Italien benannt, dem Di Meola einen sehr emotionalen Besuch abstattete.

„Escapado“ ist ein Stück, das direkt von der Bewegung des Tango beeinflusst wurde, „Pomp ist ein Duett, das mich an eine Avantgarde Prozession erinnert und welches ich zusammen mit dem marokkanischen Meister-Perkussionist Rhani Krija spiele“, teilt Di Meola mit.

„Left Unsaid“ repräsentiert für den Giarristen eine nicht in Worte fassbare, sehr friedliche und glückliche Zeit. Und zu „Rebels“ teilt uns der Komponist mit: „Von der Hippie-Gegend von St. Marks Place hinüber nach Fillmore East laufend, an der Fourth Street im East Village, wo die Hells Angels ihren Sitz haben, auf ein Motorrad steigen und in Little Havanna in Miami ankommen.“

Al Di Meola hat viel zu sagen, und als Meister seines Fachs lässt er seine Musik für sich sprechen. Und die schluchzt, jubelt, sinniert, träumt und schreit - auch melodisch irritierend. Von März 2018 an wird Al Di Meola mit „Opus“ auf Tour gehen.

Konzerte in Deutschland: 02.03. Verden, 11.03. Baden-Baden, 14.03. Bergheim, 15.03. Gummersbach, 16.03. Nürnberg

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