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Boulevard

Promi-Geburtstag vom 1. Februar 2018: Horst Bosetzky

Literatur

Donnerstag, 1. Februar 2018 - 00:11 Uhr

von Von Nada Weigelt, dpa

dpa Berlin. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Krimiautoren. Unter dem geheimnisvollen Kürzel -ky machte Horst Bosetzky eine ungewöhnliche Karriere. Jetzt wird er 80.

Krimis mit Anspruch - Bestsellerautor Horst Bosetzky wird 80. Foto: Jens Kalaene

Es war lange vor den Zeiten der mysteriösen italienischen Bestsellerautorin Elena Ferrante, da rätselten Krimifreunde Buch um Buch über das Pseudonym -ky.

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Wer steckte hinter diesem ominösen Kürzel? Wer ließ da einen Oberkommissar Mannhardt so lebensnah und packend in den kniffligsten Fällen ermitteln - immer das Herz auf dem rechten Fleck?

Erst viele Jahre später gab sich der Autor als der renommierte Soziologieprofessor und Verwaltungsexperte Horst Bosetzky zu erkennen. Inzwischen hat er mehr als 60 Krimis geschrieben, dazu Romane, historische Biografien, Hörspiele, Drehbücher und eine vielbändige Familiensaga.

„Ich denke manchmal selbst, das kann doch gar nicht alles von mir sein“, gesteht der gebürtige Berliner im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Aber das Schreiben ist meine Leidenschaft. Ich komme davon nicht los.“

Heute wird Horst Bosetzky 80 Jahre alt, mit „Abgerechnet wird zum Schluss“ ist gerade sein jüngster Kriminalroman erschienen. Und dennoch schaut der Autor dem Geburtstag mit gemischten Gefühlen entgegen.

Er war kürzlich längere Zeit im Krankenhaus, die Sache ist noch nicht endgültig ausgestanden. „Aber an meinem 80. will ich fit sein. Ich hoffe schon, noch ein bisschen über die Runden zu kommen“, sagt der dreifache Vater. Er ist in zweiter Ehe mit einer um 21 Jahre jüngeren ehemaligen Studentin verheiratet.

Als Anfang der 70er Jahre seine ersten Krimis erschienen, wurden die handlichen rororo-Thriller schnell Kult. Bewusst griff der Autor brisante gesellschaftliche Themen auf wie Mobbing („Ein Toter führt Regie“), Sektenwahn („Einer will's gewesen sein“) und Ausländerhass („Feuer für den großen Drachen“) - oft mit einem Bezug zu seiner Heimatstadt Berlin.

Der Autor und Kritiker Rudi Kost schrieb einmal: „-ky wurde geradezu zum Inbegriff des 'Sozio-Krimis', der die Leichen nicht zur gefälligen Abendunterhaltung liefert, sondern mit ihnen ausdrücklich aufklärerische Absichten verbindet.“

Mehrere seiner Geschichten wurden verfilmt. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte 1974 die Kinoversion des Buchs „Einer von uns beiden“ unter der Regie des späteren Hollywoodstars Wolfgang Petersen („Das Boot“). Als 1981 auch der mehrfach ausgezeichnete Titel „Kein Reihenhaus für Robin Hood“ auf die Leinwand kam, nutzte Bosetzky die Premiere dafür, das Geheimnis um sein Kürzel zu lüften.

1938 in einfachen Verhältnissen in Berlin geboren und im Stadtteil Neukölln aufgewachsen, hatte Bosetzky zunächst eine Lehre als Industriekaufmann bei Siemens absolviert. Zum Schreiben kam er, weil er sich sein späteres Studium an der „linken“ Berliner FU durch Groschenromane verdiente. Schon früh trat er in die SPD ein.

Auch wenn in Zeiten von Globalisierung und Sci Fi die bodenständige Kriminalgeschichte nicht mehr so gefragt ist, sprudeln bei Bosetzky nach wie vor die Ideen. „Und wenn mir mal nichts mehr einfällt, schreibe ich die Biografien von anderen Leuten.“

Von seiner eigenen Familiensaga, die sich detailfreudig und augenzwinkernd um sein Alter Ego Matuschewski rankt, sind inzwischen zehn Bände erschienen - angefangen bei „Brennholz für Kartoffelschalen“ (1995) bis hin zu „Bratkartoffeln oder die Wege des Herrn“ (2008).

Mindestens zehn weitere große Geschichten habe er bereits im Computer, sagt er und fügt trocken hinzu: „Aber posthume Veröffentlichungen sind ja auch etwas Schönes.“

Angst vor dem Sterben hat er jedenfalls nicht. „Ich hatte bei einem Zuckerschock mal eine Nahtod-Erfahrung, seitdem ist es mit der Angst vorbei“, sagt er. „Alles war rosa, alles hell, wie ein Schweben im Weltraum. Das waren die glücklichsten Momente meines Lebens.“

Horst Bosetzky, Abgerechnet wird zum Schluss, Kriminalroman, Gmeiner Verlag Meßkirch 2018, 245 Seiten, 12 Euro, ISBN 978-3-8392-2207-2

Horst Bosetzky, Streifzüge durch meine Heimat. Von der Ostsee über Berlin bis zum Spreewald, Jaron Verlag Berlin 2018, 312 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-89773-822-5

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