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Boulevard

Promi-Geburtstag vom 12. Juni 2018: Nora Tschirner

Leute

Dienstag, 12. Juni 2018 - 00:11 Uhr

von Von Bettina Greve, dpa

dpa Berlin. Sie zählt zu den beliebtesten deutschen Schauspielerinnen und ist gut im Geschäft. Komödienstoffe und Rollen als manchmal unfreiwillig komische Heldin der Gegenwart liegen ihr.

Die Schauspielerin Nora Tschirner wird 37. Foto: Arifoto Ug/Michael Reichel

Nora Tschirner wirbt seit Mai auf ihrer Facebook-Seite für den Film „I Feel Pretty“. „Sehr gelacht und geweint“, schreibt sie. „Alle rein da.“ Warum? Weil es um „ihr Thema“ geht: In der US-Komödie traut sich eine junge Frau (Amy Schumer), auf Äußerliches zu pfeifen und ihr Ding durchzuziehen.

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Nora Tschirner, die heute 37 wird, ist genervt vom Schönheitswahn und den überall propagierten körperlichen Idealmaßen. „Das hat viel mit der Leistungsgesellschaft zu tun, mit dem Optimierungsdruck, den wir von klein auf lernen. In der Kultur, in der wir leben, geht es viel darum, mithalten zu müssen“, sagte die Schauspielerin vergangenes Jahr der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Dass sie von der TV-Castingshow „Germany's Next Top Model“ und dem vorgeführten Frauenbild in Modemagazinen und Werbung nicht viel hält, ist kein Geheimnis. 2017 setzte sie ein Zeichen und trat als Ko-Produzentin der Dokumentation „Embrace - Du bist schön“ in Erscheinung, in der die australische Regisseurin Taryn Brumfitt der Frage nachgeht, warum so viele Frauen mit ihrem Aussehen hadern und unglücklich sind.

Als Tschirner den Film, der im Mai 2017 für einen Tag in deutschen Kinos zu sehen war, bei „Stern TV“ vorstellte, verriet sie dann dem Publikum: „Ich hab gar keinen Spiegel und keine Waage mehr in meiner Wohnung, weil ich festgestellt habe, die Informationen sind komplett unzureichend, die da über mich erstellt werden.“

Tschirner propagiert nicht nur die selbstbewusste Frau, sie spielt auch gern ihr komisches Talent aus. Als Kindergärtnerin Anna in Til Schweigers heiterer Liebeskomödie „Keinohrhasen“ (2007) tritt sie als Typ graue Maus mit großer Brille auf, kann es aber locker mit ihrem arroganten Gegenspieler Ludo (Schweiger) aufnehmen. Sie lässt sich nichts von ihm bieten, sie liefert sich temperamentvolle Wortgefechte mit ihm. In der Fortsetzung „Zweiohrküken“ (2009) fetzen sich die beiden - inzwischen ein Paar - fröhlich weiter.

Schon vor diesen beiden Blockbustern sind Tschirner viele Zuschauerherzen zugeflogen, Fans hat sie reichlich. Nach dem Abitur im Jahr 2000 war der gebürtigen Ost-Berlinerin der Einstieg in die Unterhaltungsbranche mit der ARD-Vorabendserie „Sternenfänger“ (2001) und als Moderatorin beim Musikfernsehsender MTV gelungen. Kinogängern wurde sie bald in der weiblichen Hauptrolle der Romanverfilmung „Soloalbum“ (2003) bekannt, Theaterbesuchern an der Seite von Robert Stadlober in „Trainspotting“ am Hamburger Schauspielhaus. Und das alles ohne eine Schauspielausbildung.

Seit Ende 2013 verkörpert Tschirner nun auch die „Tatort“-Kommissarin Kira Dorn. Sie ermittelt zusammen mit ihrem Kollegen Christian Ulmen (42), mit dem sie schon bei MTV zusammengearbeitet hat, in Weimar. Ihr gemeinsames Markenzeichen sind die witzigen Dialoge. Den nächsten Fall werden sie noch in diesem Jahr lösen, den übernächsten - auch das steht schon fest - 2019.

Dann wird es auch Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit Tschirner im Kino geben: Sie ist als Emmi in der Verfilmung von Daniel Glattauers Romanbestseller „Gut gegen Nordwind“ besetzt worden - und kann wieder eine Frau geben, die sich - trotz kleiner Schwächen - niemals die Butter vom Brot nehmen lässt.

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