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Boulevard

Promi-Geburtstag vom 16. März: Isabelle Huppert

Film

Freitag, 16. März 2018 - 00:11 Uhr

von Von Sabine Glaubitz, dpa

dpa Paris. Isabelle Huppert gilt als diskret, distanziert und kühl. Das Privatleben des französischen Leinwandstars ist Tabu.

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert wird 65. Foto: Maurizio Gambarini

Isabelle Huppert ist weltweit bekannt. In mehr als 100 Filmen hat man die Schauspielerin bereits gesehen. Dabei ist sie in die schwierigsten und abgründigsten Rollen geschlüpft. Erst vor wenigen Wochen war sie auf der Berlinale in „Eva“ als Edelprostituierte zu sehen.

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In dem Vergewaltigungsdrama „Elle“ des Skandalregisseurs Paul Verhoeven spielte sie eine Frau mittleren Alters, die missbraucht wird, aber nicht zur Polizei geht. Keine andere wollte diese Rolle übernehmen. Am 16. März wird Huppert 65 Jahre alt.

Sie habe keine Lust, von sich zu erzählen, lautet ihr Prinzip. In den vergangenen Monaten hat ihr Sohn Lorenzo etwas aus dem Nähkästchen geplaudert. Er habe nicht den Eindruck gehabt, dass seine Mutter ein anderes Leben als andere Mütter gehabt habe, sagte der 32-Jährige der französischen Wochenzeitschrift „Gala“. Sie habe sie sehr beschützt und dafür gesorgt, dass sie ein normales Leben hatten, so wie alle seine Klassenkameraden.

Wie das Blatt schrieb, habe ihn das Bild von einer kühlen und strengen Schauspielerin eher Schmunzeln lassen. Ähnlich wie auch Mélita Toscan du Plantier, die Huppert sehr nahe steht. Isabelle könne am Telefon mit den bedeutendsten Regisseuren der Welt im Gespräch sein, für ihre Kinder unterbreche sie es sofort, sagte die Witwe des 2003 gestorbenen Filmproduzenten Daniel Toscan du Plantier. Mit Plantier war Huppert liiert, bevor sie Ronald Chammah kennenlernte, ihren Mann und Vater ihrer drei Kinder.

Mit dem Regisseur und Produzenten teilt sie seit Jahrzehnten ihr Leben. Begegnet ist sei dem gebürtigen Libanesen 1982. Ein Jahr später kam Tochter Lolita zur Welt, 1986 Lorenzo und 1997 Angelo. Mit ihrem heute 67 Jahre alten Mann drehte sie dessen einzigen Film, den Thriller „Milan noir“.

Mit Lolita Chammah stand Huppert schon mehrfach vor der Kamera. Im Jahr 2010 drehten sie gemeinsam „Copacabana“, einen Film über eine ausgeflippte Mutter, für die sich ihre Tochter schämt. Von einer Mutter-Tochter-Beziehung handelt auch „Barrage“. Gemeinsam zu drehen mache viel Spaß, sagte Huppert kürzlich. Sie habe sogar immer mehr Lust, ihre Tochter zu filmen.

Ob ihre Unnahbarkeit und Distanziertheit nur Schutz sind, wird wohl weiter ein Rätsel bleiben. Im Kino haben sie diese Eigenschaften zu einem Star gemacht. Physisch komplexe Rollen und emotionale Gratwanderungen mit maskenhaftem Mienenspiel sind Hupperts Spezialität.

„Man fühlt kaum je mit ihr, aber sie lässt einen nur schwer los“, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über ihre Schauspielerei. Auch im Theater: In „Medea“ des Euripides, „4.48 Psychose“ von Sarah Kane spielt sie unerträgliche Schicksale mit scheinbarer Bewegungslosigkeit.

Dafür wurde Huppert vielfach ausgezeichnet: Für ihre Rolle in Michael Hanekes „Klavierspielerin“ erhielt sie 2001 in Cannes die Auszeichnung als beste Schauspielerin. Darin spielt sie eine kühle und abweisende Musiklehrerin mit sadomasochistischen Neigungen.

Bereits 1978 gewann sie in Cannes für „Violette Nozière“ von Claude Chabrol den begehrten Preis. In dem Krimi-Melodram verkörpert sie ein junges Mädchen, das nachts das Elternhaus verlässt, um Männerbekanntschaften zu machen. Für „Elle“ wurde sie 2017 mit Preisen überschüttet, darunter ein Golden Globe für die beste Schauspielerin in einem Filmdrama und dem französischen César.

Die Tochter eines Unternehmers und einer Englischlehrerin nahm bereits als Schülerin Schauspielunterricht. Ihr Erfolg mit Anfang Zwanzig in Claude Gorettas „Spitzenklöpplerin“ war durchschlagend. In dem Drama spielt sie das junge Mädchen Pomme, das an einer unglücklichen Liebe zerbricht und in eine psychiatrische Klinik kommt. Schon früh hat Huppert ihre Paraderolle auf der Leinwand gefunden.

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