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Promi-Geburtstag vom 16. Mai 2020: Martin Gruber

Medien

Samstag, 16. Mai 2020 - 00:11 Uhr

von Von Gunther Matejka, dpa

dpa München. Ein runder Geburtstag ohne große Party - Der Schauspieler Martin Gruber kann es verschmerzen. Mehr macht ihm da schon der berufliche Stillstand in Corona-Zeiten zu schaffen.

Martin Gruber hat das Steuer am liebsten selbst in der Hand. Foto: Tobias Hase/dpa

Die Feier zum 50. fällt aus. Der Schauspieler Martin Gruber findet es allerdings nicht schlimm, in Zeiten von Corona auf ein Fest verzichten zu müssen. Im Gegenteil: „Geburtstage genießen in meiner Welt keinen sehr hohen Stellenwert“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur.

Den 16. Mai begeht Gruber, der dem Fernsehpublikum vor allem als früherer Hauptdarsteller in der ZDF-Serie „Die Bergretter“ bekannt ist, „live mit der Familie“ und „mit den Freunden virtuell“. Mit dem „eingeschränkten Freudentaumel“ könne er gut leben, sagt er.

Keine Frage, den Humor hat Gruber nicht verloren. Und das will etwas heißen, denn der Münchner gehört, wie viele seiner Kollegen, zu einer von der Corona-Krise arg gebeutelten Berufsgruppe. „Wir sind nicht systemrelevant. Außerdem lassen sich Mindestabstände und weitere Auflagen nur sehr schwer umsetzen“, sagt er. Deshalb seien alle fiktionalen Formate gestoppt. In seinem Fall heißt das: drei Produktionen, die auf unbestimmte Zeit verschoben oder gleich ganz abgesagt wurden.

Wie damit umgehen? Gruber sieht nur zwei Möglichkeiten: „Ich kann den Kopf in den Sand stecken und aufgeben - oder ich kämpfe weiter und blicke nach vorne.“ Er versuche es mit einer Mischung aus beiden Strategien. Einerseits lasse er „dunkle und sorgenvolle Momente“ und damit einhergehende Existenzängste zu. Andererseits habe er den Optimismus nicht verloren, der ihn zum Träumen und zu Visionen inspiriere.

Am meisten macht ihm in der aktuellen Situation zu schaffen, dass der größte Teil der Menschheit momentan auf dem „Beifahrersitz des Lebens“ sitze, während ein paar wenige Menschen „über unser aller Zukunft“ entschieden. Er gibt zu: „Ich fahre gerne selbst.“

Das klingt nach Macher. Nach jemandem, der einen Plan hat - und den, ganz wie in vielen seiner TV-Rollen, konsequent umsetzt. Zur Schauspielerei ist der umtriebige Bayer allerdings weder durch Entschlusskraft noch durch einen Masterplan gekommen. Sondern zufällig: Ende der 1980er Jahre machte er Bekanntschaft mit einem amerikanischen Schauspieler, den er wenig später in Los Angeles besuchte - und der ihn zu einem Casting überredete.

Für den Film „Der Ring der Musketiere“ - an der Seite von Thomas Gottschalk und David Hasselhoff - habe man für eine Mini-Rolle einen blonden Deutschen gesucht. Viele Bewerber habe es für die Rolle nicht gegeben, sagt Gruber. Und so bekam er die Rolle - und dabei Geschmack am Filmemachen.

Es sei für ihn selbst auch eine Überraschung gewesen. Denn bis dahin habe der Absolvent einer Hotelfachschule nie Ambitionen an der Schauspielerei gehegt, „nicht mal beim Schultheater“, sagt er. So aber folgten eine Schauspielausbildung an der William Esper School in New York, Auftritte an verschiedenen Theaterhäusern, ein paar Kinoproduktionen und zahlreiche Rollen als Fernseh-Schauspieler, darunter „Tatort“, „Der Bergdoktor“, „SOKO Kitzbühel“ und „Das Traumschiff“.

Neben seiner Familie und seinem Beruf ist Gruber soziales Engagement wichtig. 2014 gründete er die „Martin Gruber-Stiftung“, mit der er sich um die Wertevermittlung von Kindern im Grundschulalter mit Migrationshintergrund widmet. Inspiriert dazu wurde Gruber durch einen jungen leukämiekranken „Bergretter“-Fan. „Mit meiner Stiftung möchte ich selbst bestimmen, wem ich Unterstützung und Hilfe zukommen lasse“, sagt er. Kein Wunder, dass er sich auf dem Beifahrersitz nicht wohl fühlt.

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