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Promi-Geburtstag vom 17. Oktober 2020: Erich Kühnhackl

Eishockey

Samstag, 17. Oktober 2020 - 00:11 Uhr

von Von Kristina Puck, dpa

dpa Landshut. Erich Kühnhackl ist seit langem ein Aushängeschild des deutschen Eishockeys. Für DEB-Präsident Franz Reindl ist er „der überragende Repräsentant unserer Sportart“. Am Samstag wird „der Lange“ aus Landshut 70 Jahre alt.

Ex-Eishockeyspieler Erich Kühnhackl wird 70. Foto: picture alliance / Axel Heimken/dpa

Als sein Freund und Nachbar plaudert Alois Schloder gerne aus, warum er mit seinem langjährigen Eishockey-Kollegen Erich Kühnhackl in der Vergangenheit des Öfteren aneinandergeraten ist.

„Beim Erich war es immer so“, sagt er. „Das Spiel war aus, das ganze Team sitzt im Bus - und der Kühnhackl, der ist nicht da. Die anderen haben gewartet, und er hat schön geduscht“, erzählt der 73-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Aber nein, etwas Negatives könne er über Kühnhackl eigentlich nicht sagen. „Er ist eine Persönlichkeit, er ist eine Erscheinung. Er ist das Aushängeschild fürs deutsche Eishockey, das wird er immer bleiben“, sagt der frühere Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der gemeinsam mit Kühnhackl 1976 Olympia-Bronze gewann. An diesem Samstag wird Kühnhackl 70 Jahre alt.

Kühnhackl wurde einst zum besten Eishockey-Spieler des vergangenen Jahrhunderts gekürt. Er galt lange als bester deutscher Spieler überhaupt - bis der vor Kurzem zum „wertvollsten NHL-Profi der Saison“ gewählte Leon Draisaitl seine Karriere in Nordamerika begann. Kühnhackls Spitznamen kannten einst viele. Wegen seiner Größe von beinahe zwei Metern war er „der Lange“ oder „der Kleiderschrank auf Kufen“.

Schloder erzählt gern, wie prägend Kühnhackl, Vater des NHL-Profis Tom Kühnhackl, aufgrund seiner Statur, seiner Haare wie Günter Netzer, aber natürlich insbesondere aufgrund seiner Fähigkeiten auf dem Eis war. „Er hat eine Wucht gehabt, die war unglaublich. Er war der Superstar der Bundesliga“, sagt Schloder. Der Präsident des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB), Franz Reindl, meint: „Er war der Spieler, der Spiele alleine entschieden hat.“

Bei der WM 1978 und Olympia 1984 wurde der deutsche Nationalspieler Topscorer. Mit dem EV Landshut gewann Kühnhackl zwei deutsche Meisterschaften (1970 und 1983). Zwischendurch holte er zwei Titel mit Köln (1977 und 1979). „Erich ist der überragende Repräsentant unserer Sportart über Jahrzehnte schon“, sagt Reindl.

Deswegen werde er immer noch öfter als ihm lieb sei in der Öffentlichkeit angesprochen, erzählt Schloder. Besuche auf dem Oktoberfest würden sie deswegen meiden („Wir gehen nicht rein, wir gehen außen rum“). Gegrüßt werde er auch international rund um größere Eishockey-Events, etwa in Prag. Ein Gespräch mit der dpa anlässlich seines Geburtstages wolle er momentan nicht.

Kühnhackl wurde 1950 in Citice in der damaligen Tschechoslowakei geboren, weil seine deutschstämmigen Eltern nach dem Krieg mit der Übersiedlung nach Deutschland zögerten. Etliche Ausreiseanträge wurden abgelehnt - bis 1968 und dem Umzug ins niederbayrische Landshut.

Kühnhackl blieb präsent, auch als Eishockey ein Nischenprodukt wurde. Er war Bundestrainer, Jugend-Nationaltrainer, Vereinscoach, Sportdirektor, Vizepräsident des DEB und ist mit der Erich-Kühnhackl-Stiftung ein Förderer des Eishockey-Nachwuchses.

Nach Nordamerika wechselte er nicht. Zu Beginn der 1980er Jahre hatte er die Chance, zu den New York Rangers in die NHL zu gehen. „Ich war da mal einen Monat in New York. Die hatten Interesse, aber ich bin dann lieber in Deutschland geblieben“, erzählte Kühnhackl einmal. Sein Sohn Tom Kühnhackl wagte dagegen den Schritt. Mit ihm durfte sich Erich Kühnhackl inzwischen über zwei Stanley-Cup-Siege freuen.

© dpa-infocom, dpa:201015-99-955670/3

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